Marktbericht Tokio
Asiens Börsen setzen Abwärtstrend fort

Der Nikkei-225-Index hat seine zum Wochenstart erlittenen Verluste am Dienstag ausgeweitet. Die Sorgen über eine Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise lasteten Händlern zufolge auf den Kursen.
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TokioDie Verunsicherung wegen der Schuldenkrise in Europa und den USA hat am Dienstag die asiatischen Aktienmärkte ins Minus getrieben. In Tokio rutschte der Leitindex Nikkei unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten. Auf dem Verkaufszettel standen die Aktien von Banken und Exporteuren. Bei den Devisen setzte der Euro seinen Abwärtstrend fort, nachdem sich die Finanzminister der europäischen Währungsgemeinschaft bei einem Treffen in Brüssel nicht auf konkrete Schritte zur Eindämmung der Schuldenkrise einigen konnten.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent schwächer bei 9926 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,5 Prozent auf 857 Punkte. Deutliche Verluste verzeichneten auch die Aktienmärkte in Hongkong, Shanghai, Singapur, Taiwan und Südkorea. Analysten verwiesen darauf, dass alle bisherigen Bemühungen der Euro-Staaten zur Eindämmung der Schuldenkrise wenig gebracht hätten. „Selbst wenn sie sich auf milliardenschwere Rettungspakete für Griechenland und andere betroffene Staaten einigen sollten: Das Problem kann nur gelöst werden, wenn die Sparprogramme umgesetzt werden“, sagte Analyst Thomas Lam in Singapur. Zudem verwies er auf die verhärteten Fronten im US-Schuldenstreit zwischen Demokraten und Republikanern, was das Gesamtbild für die Weltwirtschaft ebenfalls trübe.

Zu den größten Verlierern zählten die Banken: Der japanische Banken-Index verlor zwei Prozent an Wert, der Aktienkurs des größten japanischen Geldhauses Mitsubishi UFJ Financial rutschte sogar knapp drei Prozent ins Minus. Bei den Exporteuren stach der Autohersteller Toyota hervor, dessen Papiere 1,9 Prozent an Wert verloren. Canon-Titel gaben 1,8 Prozent ab.

Die Euro-Finanzminister einigten sich am Montagabend erneut nicht auf ein zweites Rettungspaket für Griechenland. Zudem schlossen sie den Zahlungsausfall eines Landes nicht mehr demonstrativ aus. Für den Euro bedeutete dies am Dienstag in Fernost weitere Verluste: Gegenüber dem Dollar fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,3930 Dollar nach 1,4043 im späten US-Handel vom Montag. Das war der tiefste Stand seit gut vier Monaten - und die Tendenz war weiter abwärts.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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