Marktbericht Tokio/Hongkong
Asiatische Börsen erneut schwach

Der hohe Ölpreis hat die asiatischen Börsen am Freitag abermals belastet. In Japan zog zudem ein unerwartet starker Gewinnrückgang bei Toyota die Märkte nach unten. Andere Exportwerte wurden durch einen stärkeren Yen in Mitleidenschaft gezogen. Im Devisenhandel gewann der Euro zum Dollar an Wert.

HB SINGAPUR. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,1 Prozent tiefer bei 13 655 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2,3 Prozent auf 1341 Zähler. Auch die Indizes in Hongkong, Taiwan, Singapur, Seoul und Shanghai verbuchten Verluste.

Toyota hatte am Donnerstag für das Gesamtjahr erstmals seit sieben Jahren einen Gewinnrückgang prophezeit. "Der Ausblick von Toyota ist eine schlechte Nachricht für die gesamte Autoindustrie. Die Anleger sind vorsichtig geworden, was die Unternehmenszahlen anderer Autokonzerne angeht", sagte Katsuhiko Kodama von Toyo Securities. Die Zahlen hätten für Gewinnmitnahmen gesorgt, sagte ein anderer Analyst. Nachdem der Nikkei die 14 000-Punkte-Marke durchbrochen habe, sei eine Korrektur zudem normal gewesen. Toyota-Aktien verloren in Tokio um 3,3 Prozent an Wert.

Die Papiere von Honda Motors fielen um 3,9 Prozent, die Anteilsscheine von Nissan Motors um 1,6 Prozent. Auch andere Exportwerte verbilligten sich. So gaben etwa die Papiere des Digitalkameraherstellers Canon 2,6 Prozent ab, der Kurs von TDK sank um 4,1 Prozent.

Die Börse in Hongkong hat tiefer geschlossen. Der Hang Seng Index fiel um 1,5 Prozent auf 25 063 Punkte. Die Investoren machten sich Sorgen um die Wachstumsaussichten der chinesische Wirtschaft, nachdem Vize-Ministerpräsident Wan Qishan die Inflation zum größten wirtschaftlichen Problem des Landes erklärt hatte. Der H-Index der Aktien vom chinesischen Festland sank um 1,6 Prozent.

Die Börse in Shanghai schloss mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 3 613 Punkten. Ängste vor einem Zinsanstieg infolge einer höheren Inflation belasteten die Kurse. Vor allem die Papiere von Banken und Bauunternehmen verbuchten Verluste. Die Aktien von HSBC verbilligten sich nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley wegen der US-Kreditkrise.

Asienweit zog vor allem der hohe Ölpreis die Kurse nach unten. Ein Fass US-Leichtöl wurde in Fernost zum Rekordpreis von bis zu 124,70 Dollar gehandelt. Er hatte die Börsen bereits in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt, nachdem Goldman einen Anstieg auf bis zu 200 Dollar pro Fass prognostiziert hatte.

Der Euro tendierte nach dem EZB-Zinsentscheid in Fernost fester zum Dollar. Ein Euro wurde mit 1,5446 Dollar nach 1,5402 Dollar im späten New Yorker Handel bewertet. EZB-Präsident Jean Trichet-Claude hatte am Donnerstag signalisiert, dass die Europäische Zentralbank vorerst nicht am Zinsniveau rütteln wolle. Der Dollar wurde mit 103,33 Yen gehandelt nach 103,75 Yen in den USA.

Die US-Börsen hatten am Donnerstag trotz des hohen Ölpreises höher geschlossen, da die Anleger die Aussichten für die US-Wirtschaft mittlerweile wieder positiver beurteilen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 12 866 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss ebenfalls 0,4 Prozent höher bei 1397 Zählern, der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,5 Prozent auf 2451 Punkte.

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