Marktbericht Tokio/Hongkong
Asiatische Börsen mit deutlichen Verlusten

Unter dem Druck der hohen Ölpreise und der Konjunktursorgen haben die Börsen in Asien am Mittwoch Verluste hinnehmen müssen. In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte auf dem tiefsten Stand seit einer Woche. Hier standen vor allem Finanzwerte auf der Verkaufsliste der Investoren, die weitere Tumulte auf den internationalen Kreditmärkten befürchteten.

HB TOKIO. Der Nikkei-Index schloss in Tokio 1,7 Prozent im Minus bei 13 926 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor dort bis Handelsschluss 2,1 Prozent auf 1 370 Punkte. Die Börse in Korea gab ihrerseits 1,37 Prozent nach. Auch die Aktienmärkte in Singapur, Hongkong und Taiwan mussten Kursverluste hinnehmen. Lediglich der Aktienmarkt in Shanghai konnte ein Plus verbuchen.

In Tokio hätten vor allem schlechte Vorgaben aus den USA und der starke Yen auf die Stimmung gedrückt, sagte Yoshinori Nagano von Dawai Asset Management. Bei den Finanztiteln machte er aber auch einige Korrekturen nach jüngsten Kursgewinnen aus. Hier habe sich der Optimismus als zu groß erwiesen, dass die Kreditkrise bereits so gut wie ausgestanden sei.

Bankentitel gerieten auch deshalb unter Druck, weil die Mitsubishi UFJ Financial Group einen enttäuschenden Ausblick gegeben hatte. Mitsubishi-UFJ-Aktien verloren 4,5 Prozent, Papiere der Sumitomo Mitsui Financial Group 4,4 Prozent. Toyota-Aktien gaben 3,3 Prozent nach, Canon-Papiere verloren 3,5 Prozent. Aktien exportorientierter Unternehmen wurden wegen eines zum Dollar gestärkten Yen verkauft. Ein stärkerer Yen hat zur Folge, dass japanische Produkte im Ausland nicht mehr so wettbewerbsfähig sind und darunter die Gewinne leiden.

Der Euro hielt seine am Vortag zum Doller erzielten Kursgewinne und wurde bei 1,5665 Dollar notiert. Äußerungen von ZEW-Präsident Wolfgang Franz über die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank hatten den Eurokurs am Vortag auf den höchsten Stand seit drei Wochen gehievt.

Die negative Stimmung breitete sich in der gesamten Region aus, wobei sich auch die unerwartet stark gestiegenen Erzeugerpreise in den USA und damit wachsende Inflationsrisiken negativ auswirkte. "Ölpreise und die Inflation haben sich zu den nächsten großen Sorgen auf dem Markt entwickelt", sagte Kim Seung Han von CJ Investment & Securities in Seoul.

Am Dienstag hatten die US-Börsen im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,53 Prozent auf 12 828 Punkte, der breiter gefassteS&P-500-Index 0,93 Prozent auf 1413 Zähler und der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,95 Prozent auf 2492 Stellen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%