Marktbericht Tokio/Hongkong
Japans Börsen verlieren kräftig

Unter dem Druck von Inflationssorgen haben die Börsen in Asien am Donnerstag deutliche Verluste hinnehmen müssen. Ein weiterer Preissprung beim Öl schürte bei den Anlegern die Furcht vor Zinserhöhungen weltweit. In Tokio fiel der Nikkei-Index auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen. Auf den Verkaufslisten der Anleger standen vor allem Exporttitel, Reedereien und Finanzwerte.

HB TOKIO/HONGKONG. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 2,1 Prozent im Minus bei 13 888 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor bis Handelsschluss 1,9 Prozent auf 1363 Punkte. Die Börse in Taiwan notierte sogar knapp 3,4 Prozent im Minus. Auch die Aktienmärkte in Shanghai, Singapur, Hongkong und Seoul gaben jeweils mehr als zwei Prozent nach.

Der scheinbar unaufhaltbare Preisanstieg beim Öl bereitete den Anlegern Sorgen, nicht zuletzt weil auch Fed-Chef Ben Bernanke jüngst vor wachsendem Inflationsdruck angesichts des teuren Rohstoffs gewarnt hatte. Ein nächtlicher Preissprung bei Öl um fünf Dollar schürte diese Befürchtungen. Der Ölpreis gab später wieder um rund einen Dollar nach auf immer noch 135,40 Dollar je Barrel. In der vergangenen Woche hatte der Rohölpreis die Rekordmarke von mehr als 139 Dollar durchbrochen.

"Inflationssorgen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken in den USA und auch in Südkorea schon bald die zentralen Zinssätze erhöhen werden", sagte Y.S. Rhoo, Anaylst bei Hyundai Securities.

"Wenn die Ölpreise auf diesem hohen Niveau verharren, wird dies die Nachfrage in Schwellenländern wie Indien beeinflussen und unseren Exporteuren schaden", sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. So traf es in Japan am Donnerstag Exportunternehmen wie Canon, Sony und Honda besonders hart: Die Papiere des Kameraherstellers gaben rund 2,4 Prozent, die des Elektronikkonzerns etwa 2,9 Prozent und die des Autobauers um gut 2,1 Prozent nach.

Für Unruhe sorgte in Tokio auch ein Bericht der "Financial Times", wonach sich die US-Investmentbank Lehman Brothers erneut um frisches Kapital bemüht. So verloren die Aktien von Mitsubishi UFJ gut 1,3 Prozent, von Mizuho Financial 3,1 Prozent und von Sumitomo Mitsui Financial 2,8 Prozent an Wert. Unter Druck gerieten auch Reederei-Aktien wie die von Kawasaki Kisen, weil angesichts der schwächelnden Weltwirtschaft die Frachttarife fielen. Kawaski verloren 5,6 Prozent, die Papiere des Konkurrenten Mitsui OSK Lines 4,8 Prozent.

Zumindest ein leichter Auftrieb des Dollar wurde von den Experten als positiv gewertet, wenn er auch die Effekte des hohen Ölpreises nicht ausgleichen konnte. Der Dollar gewann 0,4 Prozent auf 107,27 Yen. Der Euro verlor 0,5 Prozent auf 1,5477 Dollar.

Die Börsen in Asien folgten schlechten Vorgaben aus New York, wo der Dow-Jones-Index der Standardwerte zum Handelsschluss mit einem Minus von 1,68 Prozent bei 12 083 Punkten notierte. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss 1,69 Prozent tiefer bei 1335 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,24 Prozent und ging mit 2394 Punkten aus dem Handel.

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