Marktbericht Tokio
Nikkei beendet Börsenwoche tief im Minus

Belastet von den negativen Vorgaben der Wall Street haben sich die asiatischen Börsen am Freitag sehr schwach präsentiert. Händler machten für den Kurseinbruch die anhaltende Sorge vor einem weltweiten Konjunkturabschwung verantwortlich. Zu den Verlierern in Tokio zählte der Sony-Konzern, der eine Rückrufaktion für über 400 000 Laptops gestartet hat.

HB TOKIO. In Japan fiel der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,8 Prozent auf 12 212 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 2,6 Prozent im Minus bei 1 170 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten schwächer.

"Es kamen verschiedene schlechte Dinge zusammen: die Verluste an der Wall Street, der stärkere Yen sowie eine Positionsanpassung vor den nächsten Konjunkturdaten", sagte Masayuki Otani von Securities Japan. "Der Markt scheint ein wenig überzureagieren. Aber mitten in der Unsicherheit sind nur wenige Investoren zum Kauf bereit."

Zuvor hatte die Regierung der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt mitgeteilt, dass die Kapitalausgaben japanischer Unternehmen zwischen April und Juni branchenübergreifend um 6,5 Prozent zum Vorjahr gesunken waren. Im selben Zeitraum schrumpften die Vorsteuergewinne der Industrieunternehmen im Schnitt um 11,7 Prozent. Damit sanken die Erträge im nunmehr vierten Quartal in Folge.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die Aktien von Sony mit einem Abschlag von über vier Prozent, die damit fast auf den tiefsten Stand seit drei Jahren fielen. Der japanische Elektronikgigant hatte zuvor mitgeteilt, 438 000 Vaio-Laptops wegen Verbrennungsgefahr zurückrufen zu müssen. Ebenfalls unter Abgabedruck standen die Anteilsscheine von Canon mit einem Minus von 2,9 Prozent. Der Kamerahersteller bekommt derzeit die Yen-Stärke zu spüren, was die Produkte der Japaner im Ausland teurer macht.

Deutliche Kursverluste gab es auch bei den Papieren von Großbanken. Mizuho Financial Group brachen um 6,3 Prozent auf ein und Sumitomo Mitsui Financial um 4,7 Prozent. Gegen den Trend gewannen die Aktien des Konsumentenkreditspezialisten Aiful 14,9 Prozent. Nach einem Kurssturz um 36 Prozent in den vergangenen drei Wochen hatte JP Morgan den Titel auf „Neutral“ von „Underweight“ hochgestuft.

Die US-Börsen hatten am Donnerstag die schwersten Tagesverluste seit mehr als zwei Monaten verzeichnet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss drei Prozent schwächer bei 11 188 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls drei Prozent auf 1236 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq büßte 3,2 Prozent auf 2259 Punkte ein.

Der Euro ist im fernöstlichen Handel am Freitag zeitweise auf ein 13-Monatstief zum Yen gefallen und notierte bei 152,71 Yen. Auch zum Dollar musste die europäische Einheitswährung Federn lassen und gab auf 1,4309 Dollar nach.

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