Marktbericht Tokio
Nikkei-Index gewinnt zum Wochenausklang fünf Prozent

Drei frohe Botschaften aus dem US-Bankensektor in einer Woche - an den internationalen Börsen hat das neue Zuversicht geschürt. Fast überall auf der Welt haben die Aktienkurse diese Woche deutlich zugelegt. Der japanische Nikkei macht da keine Ausnahme: Von seinen Tiefständen hat er sich gelöst, zum Wochenschluss ging es um mehr als fünf Prozent nach oben.

HB TOKIO. Mit einem kräftigen Plus hat sich die japanische Börse ins Wochenende verabschiedet. Der Nikkei-Index gewann 5,15 Prozent und stieg um 371 Punkte auf 7 569 Zähler. Er folgte damit den US-Börsen, die am Donnerstag nach positiven Nachrichten von der Bank of America ebenfalls stark zugelegt hatten. Und auch an den anderen asiatischen Handelsplätzen griffen Anleger wieder etwas mutiger zu Aktien. In Hongkong gewann der Hang-Seng-Index 3,6 Prozent hinzu, in Australien stiegen die Kurse um 3,3 Prozent.

Mit der Erholung hat der Nikkei etwas Abstand zu seinem 26-Jahrestief knapp unter 7 000 Punkten gewonnen. "Im aktuellen Umfeld ist es fast unmöglich, längerfristige Trends auszumachen. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass der Nikkei in diesem Monat noch einmal unter 7000 Punkte fällt", sagte Nagayuki Yamagishi, Aktienstratege bei Mitsubishi UFJ. Für eine Entwarnung sei es andererseits auch zu früh, da das Auftwärtspotenzial begrenzt sei: "Nach wie vor gehe ich davon aus, dass der Bereich zwischen 7500 und 7600 Punkten vorerst das Limit nach oben ist", meint Yamagishi.

Die Aufwärtsbewegung am Freitag wurde von genau den Titeln angetrieben, die am Vortag noch die Verliererlisten angeführt hatten: Exportwerte und Aktien aus dem Finanzsektor legten überdurchschnittlich zu. Bei den Bankaktien sorgten Aussagen von Bank-of-America-Chef Ken Lewis für Erleichterung: Wie zuvor schon seine Pendants bei der Citigroup und JP Morgan erklärte auch Lewis, dass seine Bank in den ersten zwei Monaten des Jahres profitabel gearbeitet habe. Außerdem kündigte er an, dass die Bank of America keine weiteren Staatshilfen benötigen werde.

Das neuerliche Entspannungssignal aus dem US-Bankensektor sowie besser als erwartet ausgefallene Einzelhandelsdaten hatte am Donnerstagabend bereits die Kurse an der Wall Street beflügelt. Der Dow-Jones-Index gewann knapp 3,5 Prozent zu auf 7170 Punkte. Auch der breiter gefasst S&P 500 und der Technologieindex Nasdaq legten stark zu.

In Tokio gewannen die Aktien von Japans größter Bank Mitsubishi UFJ stiegen um rund 6,5 Prozent, die Titel der Nummer zwei Mizuho gewannen mehr als fünf Prozent. Auch Aktien der Sumitomo Mitsui Financial Group gewannen gut sechs Prozent.

Dagegen fielen die Aktien der Regionalbanken Sapporo Hokuyo Holdings und Minami Bank, -Nippon nachdem Japans Finanzaufsichtsbehörde angekündigt hatte, fast eine Milliarde Euro in die zwei Geldhäuser und die Fukuho Bank Ltd zu pumpen.

Bei den Exportwerten, die von einem wieder nachgebenden Yen profitierten, verteuerten sich Papiere von Canon und Sony um rund neun Prozent. Die Titel des Roboterherstellers Fanuc schossen zeitweise gar um rund zehn Prozent in die Höhe. Auch Autoaktien waren wieder gefragt: Die Aktien von Honda, am Vortag noch einer der größten Verlierer im Nikkei, sprangen um 7,5 Prozent an, Mazda-Papiere legten ebenfalls gut sieben Prozent zu und Toyota-Aktien gewannen 4,5 Prozent.

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