Marktbericht Tokio
Nikkei-Index schließt am Fünf-Wochen-Tief

Die Krise, in der sich die Weltwirtschaft befindet, drückt auf die Stimmung der Anleger in Asien. Schwache Konjunkturdaten aus Asien und den USA verschrecken zudem Investoren. Einzig Autowerte konnten zulegen.
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TokioEnttäuschende US-Konjunkturdaten haben die Aktienmärkte in Fernost am Mittwoch ins Minus gedrückt. Die rückläufigen Bauausgaben und die Zahlen aus der Industrie hatten schon die Wall Street belastet und schickten in Tokio vor allem Papiere von Maschinenbauern auf Talfahrt. Der Nikkei beendete den Handel nicht weit von einem Fünf-Wochen-Tief entfernt. Während die Zahlen aus den USA die Sorgen um die Weltwirtschaft schürten, blickten die asiatischen Anleger schon gebannt auf die EZB-Sitzung am Donnerstag. Doch während sie auf Klarheit über neue Maßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise hoffen, hielten sich die Investoren mit Käufen am Aktienmarkt zurück. Im Devisenhandel gab der Euro leicht nach auf 1,2530 Dollar.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 1,1 Prozent im Minus bei 8679 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,2 Prozent auf 718 Punkte. Auch die Börsen in Hongkong, Taiwan und Südkorea mussten kräftig Federn lassen, während sich die Verluste in Shanghai und Singapur auf weniger als ein Prozent beschränkten.

"Jeder weiß, dass die globale Konjunktur in einem Tief steckt", sagte Lee Seung Woo von KDB Daewoo Securities. Jetzt komme es darauf an, welche Strategien die Notenbanken zur Bekämpfung der Krise vorlegten. Auch die US-Börsen hatten am Dienstag Abschläge verzeichnet. Grund waren ebenfalls die jüngsten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ging im August überraschend auf 49,6 Punkte zurück. Die Bauausgaben fielen unerwartet um 0,9 Prozent.

Dies bekamen in Tokio Maschinenbauer wie Komatsu und Hitachi Construction zu spüren. Beide Titel verbilligten sich um mehr als drei Prozent. Etwas besser als der Gesamtmarkt schlugen sich zum Handelsschluss noch die japanischen Autohersteller, die im Verlauf sogar Gewinne verbuchen konnten. Sie wurden für positive Verkaufszahlen in den USA belohnt, konnten sich letztlich aber nicht dem Abwärtstrend in Tokio entziehen. Toyota- und Honda-Papiere gaben jeweils 0,9 Prozent nach.

Besonders steil abwärts ging es für den chinesischen PC-Produzenten Lenovo, dessen Titel zeitweise mehr als acht Prozent einbrachen. Zuvor hatte der klamme Anteilseigner NEC aus Japan seine gesamte Beteiligung an Lenovo veräußert. NEC-Papier schlossen in Tokio 2,6 Prozent im Minus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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