Marktbericht Tokio
Nikkei legt kräftig zu

Die Entscheidung der G7 zur Stabilisierung des Yen stimmt Börsianer positiv. Der Nikkei legt kräftig zu und lässt die 9000-Punkte-Marke hinter sich. Auch an den anderen asiatischen Märkten keimt neue Hoffnung.
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Tokio

Die breite Unterstützung für Japan im Kampf gegen den starken Yen beruhigt die Anleger. Die beschlossene Devisen-Intervention der sieben führenden Industrienationen (G7) verlieh den asiatischen Märkten am Freitag Auftrieb. Nach dem Rekordhoch vom Vortag fiel der Yen deutlich. Der Dollar gewann im Gegenzug mehr als drei Prozent auf 81,75 Yen.

Davon profitierte der exportorientierte Tokioter Aktienmarkt, der zuletzt durch die Atom-Katastrophe arg gebeutelt wurde. "Das ist die erste konzertierte Intervention seit 2000, das wird eine nachhaltige Wirkung auf den Markt haben", sagte Analystin Kathy Lien von GFT. Händlern zufolge begann die japanische Notenbank mit dem Dollar-Aufkauf. Medienberichten zufolge intervenierte sie in einem Volumen von mehr als 25 Milliarden Dollar.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss mit 2,7 Prozent im Plus bei 9206 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,4 Prozent auf 830 Zähler. Auch die übrigen Märkte in Asien verbuchten Gewinne. Die Börse in Hongkong notierte 0,5 Prozent höher, der chinesische Leitindex in Shanghai lag ebenfalls 0,5 Prozent im Plus. Die Börse in Südkorea stieg um 1,1 Prozent.

"Das war eine positive Überraschung", sagte Mitsuru Sahara, Chef-Devisenmanager in Tokio, zu dem Beschluss der G7 für eine konzertierte Intervention. Die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve der USA und die Zentralbanken von Großbritannien und Kanada sollten eingreifen, wenn ihre jeweiligen Märkte öffnen.

Trotz der Gewinne beschäftigte die Atom-Katastrophe in Japan die Märkte. Solange die Lage am Unglücks-AKW Fukushima aber nicht im Griff sei und es noch kein vollständiges Bild über die wirtschaftlichen Auswirkungen gebe, herrsche nach wie vor viel Unsicherheit am Markt, sagten Händler. Auch am Freitag versuchten Arbeiter, die überhitzten Reaktoren zu kühlen und eine weitere Ausbreitung der Strahlung zu verhindern. Es werde lange dauern, bis sich die Börse von den Katastrophen erholt habe, sagte Tetsuro Ii von Commons Asset Management. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Indizes rasch auf das Vor-Krisen-Niveau zurückkehren." Zweifel am langfristigen Nutzen der Devisen-Interventionen kamen auf. "Das wirkt wie ein nervöser Kampf zwischen der Notenbank und Spekulanten", sagte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Securities.

Ungeachtet der Zweifel legten Exportwerte am Freitag zu, darunter etwa Kyocera mit einem Kursgewinn von 5,2 Prozent. Papiere von Tokyo Electron verteuerten sich um 2,1 Prozent.

In Singapur enttäuschte der weltweit größte Hafeninvestor und -betreiber Hutchison Port Holdings bei seinem Börsengang. Die Aktie eröffnete bei 0,975 Dollar, rund 3,5 Prozent unter dem Ausgabepreis. Das Emissionsvolumen des größten Börsengangs in Südostasiens lag bei 5,5 Milliarden Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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