Marktbericht Tokio
Schnäppchenjäger kaufen japanische Aktien

Die Händler haben die Atomkrise im Blick, aber die Aktienwerte japanischer Unternehmen laden zu Käufen ein. Experten halten mehr als die Hälfte der Papiere in an Tokios Börse für unterbewertet.
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TokioAn den asiatischen Aktienmärkten haben zum Wochenschluss die Optimisten den Ton angegeben.

Anleger setzten am Freitag insbesondere darauf, dass die anstehenden Quartalsberichte der Unternehmen gut aufgenommen werden. Für anhaltende Vorsicht sorgten allerdings die Krisenherde in aller Welt, vor allem die Entwicklung im havarierten Atomkraftwerk in Fukushima. Am zweiten Tag des EU-Gipfels, auf dem unter anderen eine Strategie zur Lösung der Schuldenkrise beschlossen werden sollte, notierte der Euro an den Devisenmärkten in Fernost stabil.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,1 Prozent im Plus bei 9536 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,4 Prozent zu auf 857 Punkte. Aufwärts ging es auch an anderen Börsen in Fernost. Der MSCI-Index für asiatische Aktien mit Ausnahme Japans notierte 0,9 Prozent höher.

Zwei Wochen nach dem Jahrhundertbeben in Japan sahen sich zahlreiche Investoren dazu gedrängt, wieder in den Markt einzusteigen. Sie gehen nach Auskunft von Börsianern davon aus, dass der jüngste Kursrutsch übertrieben war und viele Anteilscheine derzeit zu attraktiven Preisen zu haben sind. Rund 60 Prozent der Aktien an der Tokioter Börse würden unterhalb ihres Bilanzwertes gehandelt, sagte Hiroichi Nishi von Nikko Cordial Securities. „Also ist es an der Zeit, Aktien zurückzukaufen, während man die Atom-Probleme weiter beachtet.“

Vor allem ausländische Investoren machen Jagd auf japanische Aktien. Vergangene Woche deckten sie sich unterm Strich im Volumen von elf Milliarden Dollar am Markt ein, wie Daten des Finanzministeriums zeigen. Das war so viel wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2005.

Zu den Gewinnern in Tokio zählten insbesondere die Titel von Bauunternehmen, die vom Wiederaufbau profitieren könnten. So zogen Komatsu um 4,7 Prozent an und Hitachi Construction um 0,7 Prozent. Der Kurs des Lebensmittelverarbeiters Nichirei stieg 5,7 Prozent. Die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ hatte berichtet, dass der Konzern mit der Itochu-Gruppe im Geschäft mit gefrorenen Lebensmitteln zusammenarbeiten wolle. Sony-Aktien kletterten um 3,3 Prozent nach einer Hochstufung durch die Analysten von Deutsche Securities.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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