Marktbericht: Tokio/Seoul
Asiatische Börsen setzen Verlustserie fort

Die steigenden Öl- und Lebensmittelpreise haben den asiatischen Börsen am Mittwoch den vierten Handelstag in Folge Kursverluste eingebrockt. Die Furcht vor einer Stagflation - einer stagnierenden Wirtschaftsleistung bei zugleich steigender Inflation - drücke auf die Stimmung der Anleger, sagten Händler.

HB HONGKONG. In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,31 Prozent auf 13 286 Punkte. Damit markierte er mit dem zehnten Minustag in Serie seine längste Verluststrecke seit mehr als 40 Jahren. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 1,43 Prozent im Minus bei 1301 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Australien und Shanghai gaben nach. Die Börse in Singapur notierte kaum verändert. Der Preis für US-Öl stieg um mehr als einen Dollar auf über 1,42 Dollar je Fass.

Vor allem die Exportwerte gehörten in Tokio zu den Verlierern. "Der schwerwiegendste Faktor ist der Ölpreis, der immer weiter steigt", sagte Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. "Der hohe Ölpreis trifft zwar nicht so sehr die japanische Wirtschaft, sondern eher die Schwellenländer, was sich aber auf die japanischen Exporte auswirkt." Die Aktien des Kamera- und Bürogeräteherstellers Canon büßten 2,6 Prozent ein. Die Titel des Autobauers Honda verloren 1,1 Prozent.

In Seoul gaben die Aktien von LG Electronics fast fünf Prozent nach. Die US-Investmentbank JP Morgan hatte das Kursziel für den weltweit viertgrößten Handyhersteller zurückgestuft. Grund sei, dass der Gewinn im zweiten Quartal wegen enttäuschender Absätze schwächer als erwartet ausfalle, hieß es zur Begründung.

Auch die leichten Gewinne an den US-Börsen konnten die Stimmung in Asien nicht aufhellen. "Obwohl die Wall Street zulegen konnte, bleiben die fundamentalen Probleme mit der US-Wirtschaft bestehen", sagte Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Securities. Überraschend positive Absatzzahlen des US-Autobauers GM hatten den US-Börsen am Dienstag im späten Handel kräftigen Auftrieb gegeben. Der Dow Jones schloss 0,28 Prozent fester mit 11 382 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,38 Prozent auf 1284 Stellen zu. Der Technologie-Index Nasdaqschloss 0,52 Prozent fester bei 2304 Stellen.

Im fernöstlichen Devisenhandel legte der Euro zum Dollar zu. Dabei profitierte er von der Erwartung an den Finanzmärkten, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag ihren Leitzins um einen viertel Prozentpunkt auf 4,25 Prozent anheben wird. Der Euro stieg auf 1,5822 Dollar von 1,5788 Dollar im späten US-Handel. Zur japanischen Währung gab der Dollar auf 105,88 Yen von 106,07 Yen nach. Der Euro lag zum Yen wenig verändert bei 167,52 Yen.

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