Marktbericht Tokio
Tokioter Börse gibt nach

Die Ungewissheit über Atomkatastrophe belastet die Börse in Tokio. Es wird erwartet, dass diverse Unternehmen ihre Gewinnprognosen wegen der Naturkatastrophe reduzieren müssen.
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TokioDie anhaltende Unsicherheit über die Folgen der Erdbeben- und Atomkatastrophe hat den Tokioter Aktienmarkt am Dienstag stark belastet. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte fiel im Vormittagshandel um 1,4 Prozent auf 9581 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,2 Prozent auf 841 Zähler nach.

Zu den größten Verlierern zählten die großen Exporteure wie Sony und Toyota. Händler begründeten die Verluste mit der weit verbreiteten Sorge, dass die Unternehmen in ihren anstehenden Quartalsberichten ihre Gewinnprognosen wegen der Auswirkungen der Katastrophe nach unten korrigieren könnten. Ende April steht die Bekanntgabe zahlreicher Quartalsergebnisse an; die Daten könnten erstmals die Folgen der Katastrophe für die Wirtschaft widerspiegeln.

Wirtschaftsminister Kaoru Yosano sagte am Dienstag, das Erdbeben vor einem Monat könnte gravierendere Folgen für die Volkswirtschaft haben, als bislang angenommen.

Japan bewertet die Atomkatastrophe von Fukushima nun als ebenso gravierend wie das Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986. Die Katastrophe wird nun auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (Ines) auf die höchste Stufe sieben statt bislang fünf eingeordnet.

Es handele sich um eine vorläufige Einordnung, betonte ein Sprecher der Atomaufsicht. Die endgültige Bewertung müsse die Internationale Atomenergiebehörde vornehmen.

Die Betreibergesellschaft Tepco zeigte sich am Dienstag besorgt darüber, dass die austretende Strahlenmenge am Ende die der Atomkatastrophe von Tschernobyl noch übertreffen könne.

Ein mit Stufe sieben eingeordneter Vorfall bezeichnet einen katastrophalen Unfall mit dem Austritt großer Mengen Radioaktivität und schwersten Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. In der Geschichte der Atomkraft-Nutzung wurde bislang nur die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in diese Kategorie eingeordnet.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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