Marktbericht
US-Börsen beenden Horror-Jahr mit Gewinnen

Mit der Silvester-Schlussglocke haben die US-Börsen eines der schwärzesten Jahre aller Zeiten hinter sich gebracht. Im Sog der Finanzkrise erlitt der Leitindex Dow Jones 2008 mit einem Minus von fast 34 Prozent den größten Verlust seit dem Wirtschaftskrisenjahr 1931. „Das Beste an diesem Horrorjahr ist, dass es vorbei ist“, sagte ein Händler an der New Yorker Wall Street.

HB NEW YORK. Der S&P-500-Index verlor 2008 unter dem Strich mehr als 38 Prozent - ebenfalls ein Negativrekord seit der großen Depression in den 30er Jahren. Den größten Verlust seiner Geschichte erlebte der technologieorientierte NASDAQ-Index, der um fast 41 Prozent abstürzte.

Am letzten Börsentag 2008 gab es allerdings einen versöhnlichen Jahresausklang. Die Kurse stiegen zu Silvester über praktisch alle Branchen hinweg deutlich. Das Handelsvolumen war dabei wie in den Vortagen gering. Der Dow Jones legte am Mittwoch um 1,25 Prozent auf 8776,39 Punkte zu. Der S&P-500-Index gewann um 1,42 Prozent auf 903,25 Punkte. Der NASDAQ-Index stieg um 1,70 Prozent auf 1577,03 Zähler. Zum Neujahrstag bleiben die US-Börsen so wie viele andere Märkte in aller Welt geschlossen. „Alle Hoffnung liegt nun auf 2009“, sagte ein Börsianer auf dem Parkett.

Viele Experten erwarten bei US-Aktien im neuen Jahr trotz der Rezession Gewinne - allerdings war dies auch für 2008 der Fall. Spektakuläre Banken-Crashs wie bei Lehman Brothers hatte für das vergangene Jahr praktisch keiner auf dem Zettel gehabt. An jenem 15. September erlitt der Dow Jones den heftigsten Tagesverlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2002. Die Schockwellen erfassten die ganze Welt.

Fast überall erlebten die Börsen 2008 ein Schreckensjahr: Der deutsche Leitindex Dax brach um 40,37 Prozent auf 4810,20 Zähler ein und hielt sich damit nur knapp über seinem Rekordminus von 44 Prozent im Jahr 2002. Der japanische Nikkei-Index erlebte sein bisher schlimmstes Jahr der Geschichte mit einem Minus von 42 Prozent. Finanzwerte in den USA waren in den meisten internationalen Märkten die größten Verlierer. Sie büßten rund 60 Prozent ein.

Auch die weiteren Aussichten sind düster: Analysten erwarten für alle US-Banken zusammen im ersten Quartal den ersten Gesamtverlust seit 1990. Weiteres spektakuläres Krisenopfer: Der Opel-Mutterkonzern General Motors schrammte ebenfalls dank Staatskrediten vorerst knapp an der Insolvenz vorbei. Die Aktie büßte im abgelaufenen Jahr 87 Prozent auf gerade noch 3,20 Dollar ein. Auch zu Silvester war der Autobauer der größte Verlierer im Dow Jones (minus 16 Prozent).

Unter den 30 Dow-Jones-Schwergewichten gab es 2008 nur zwei Gewinner: Im grünen Bereich lagen der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart (plus 20 Prozent) und der Fastfood-Riese McDonald's (plus 8,5 Prozent).

Hoffnungsschimmer für manche Börsianer: Der Dow Jones legte seit seinem Jahrestief im November um mehr als 15 Prozent zu. Zu den prominentesten Optimisten zählt der legendäre US-Investor Warren Buffett. Noch inmitten der schwersten Turbulenzen riet er zum Kauf nach dem Motto: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“ Zumindest langfristig gehe diese Strategie auf, so der Multi-Milliardär.

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