Marktbericht US-Börsen
Berichtssaison verunsichert Wall Street

Warten auf Alcoa: Die US-Börsen haben vor dem Startschuss zur Berichtssaison uneinheitlich geschlossen. Die deutlichen Gewinne der letzten Tage wichen geringen Ausschlägen, positiv wie negativ – die Märkte gaben sich vor Quartalszahlen des Dow-Schwergewichts zurückhaltend. Impulse gaben allerdings zwei IPOs.

HB NEW YORK. Nach zwei Tagen mit deutlichen Gewinnen sind die US-Börsen am Mittwoch vor Beginn der Berichtssaison uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Händler sprachen davon, dass die Anleger die Veröffentlichung der Ergebnisse des Dow-Schwergewichts Alcoa nach Börsenschluss abwarten würden. „Keiner will nach zwei Tagen mit Kursgewinnen eine Wette eingehen, ohne die Zahlen gesehen zu haben“, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets. Aufsehen erregten unterdessen zwei milliardenschwere Börsengänge.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent auf 9725 Punkte aus dem Handel. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 9675 und 9740 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 hingegen gewann 0,3 Prozent auf 1057 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte ebenfalls zu und erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 2110 Punkte. Der Dax in Frankfurt ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 5640 Stellen aus dem Handel.

Die Quartalszahlen von Alcoa gelten als inoffizieller Start der Berichtssaison. Vor der Veröffentlichung stiegen die Aktien des Aluminiumkonzerns um 2,2 Prozent. Investoren warteten gespannt auf Zeichen, die ein weiteres Anziehen des Aktienmarktes rechtfertigen. „Wir sind auf Unternehmen aus, die die Erwartungen im dritten Quartal übertreffen. Der Schlüssel dafür werden ihre Aktivitäten für mehr Umsatzwachstum zwischen dem zweiten und dritten Quartal sein“, sagte John Canally von LPL Financial.

Die Papiere des Online-Händlers Amazon legten um 3,4 Prozent zu. Das Unternehmen verkauft sein elektronisches Lesegerät Kindle nun in mehr als 100 Ländern, darunter in China und den größten Teil Europas. Zudem soll der Preis für das Kindle in den USA gesenkt werden. Mit der brasilianischen Tochter der spanischen Banco Santander und dem Spezialisten für Versicherungsmathematik, Verisk Analytics haben sich zwei Unternehmen an die Börsen gewagt. Banco Santander nahm bei ihrem Debüt etwa acht Mrd. Dollar ein, das ist damit der größte Börsengang in den USA seit anderthalb Jahren. Verisk kam auf Einnahmen von 1,9 Mrd. Dollar und schaffte damit den größten Börsengang eines US-Unternehmens seit dem IPO des Kreditkartenkonzerns Visa mit einem Volumen von 19,6 Mrd. Dollar im März 2008. Banco-Santander-Papiere gaben 2,9 Prozent nach. Verisk-Papiere stiegen hingegen deutlich um mehr als 23 Prozent.

Coca-Cola gehörten ebenfalls zu den Gewinnern und legten nach einer Hochstufung durch die Deutschen Bank 0,9 Prozent zu. Google legten nach Aussagen von Chef Eric Schmidt über ein Ende der Werbekrise 3,8 Prozent zu.

Costco stiegen nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen um 1,8 Prozent. Die Bilanzdaten des niedrigpreisigen Einzelhändlers fielen besser als erwartet aus. Das Unternehmen verdiente unter dem Strich 374 Mio. Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,09 Mrd. Aktien den Besitzer. 1565 Werte legten zu, 1385 gaben nach und 152 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,2 Mrd. Aktien 1301 Titel im Plus, 1318 im Minus und 145 blieben unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 21/32 auf 103-25/32. Sie rentierten mit 3,182 Prozent. Die 30-jährigen Staatsanleihen stiegen um 41/32 auf 108-24/32 und hatten eine Rendite von 3,999 Prozent.

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