Marktbericht: US-Börsen
Dow auf niedrigestem Stand seit zwölf Jahren

Deutliche Kursverluste bei Bank- und Pharmaaktien haben den wichtigsten US-Börsenindizes am Freitag die niedrigsten Schlussstände seit rund zwölf Jahren eingebrockt. Vor allem die Nachricht, dass die Citigroup teilverstaatlicht wird, drückte auf die Stimmung.

HB NEW YORK. Der Dow Jones fiel um 1,66 Prozent auf 7062,93 Punkte und schloss damit auf dem niedrigsten Stand seit April 1997. Auf Wochensicht gab der Leitindex 4,11 Prozent ab. Beim marktbreiten S&P-500-Index zeigten die Kurstafeln zum Börsenschluss ein Tagesminus von 2,36 Prozent auf 735,09 Zähler, was sogar den niedrigsten Schlussstand seit Oktober 1996 bedeutete. An der Technologiebörse NASDAQ fiel der Composite-Index um 0,98 Prozent auf 1377,84 Punkte. Der NASDAQ 100 büßte 0,90 Prozent auf 1 116,99 Zähler ein.

Als Dow-Schlusslicht stürzten Citigroup-Papiere um 39,02 Prozent auf 1,50 US-Dollar ab. Die Finanzkrise treibt die einst weltgrößte Bank zu großen Teilen in die Arme des Staates. Angesichts neuer überraschender Milliardenlöcher weitet die US-Regierung ihre Beteiligung massiv aus.

Die Teilverstaatlichung heizte in den USA Spekulationen über weitere teilweise oder komplette Bankenübernahmen durch die Regierung an. Hinter Citi brachen Titel des Konkurrenten Bank of America um 25,75 Prozent auf 3,95 Dollar ein.

Für Aktien von General Motors (GM) ging es um 5,46 Prozent auf 2,25 Dollar bergab. Der Autobauer Opel will sich von seiner US-Mutter ein Stück weit abkoppeln und sieht die Zukunft des Autobauers in einer rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit.

Pharmatitel wurden weiter von Befürchtungen belastet, dass die Budgetvorschläge von US-Präsident Barack Obama, die auf eine Kostenzügelung im Gesundheitssystem zielen, die Gewinne der Branche belasten. Merck verbilligten sich um 7,07 Prozent auf 24,20 Dollar, Johnson & Johnson verloren 4,65 Prozent auf 50,00 Dollar.

Eine deutliche Dividendensenkung ließ die Anteilsscheine von General Electric (GE) um 6,48 Prozent auf 8,51 Dollar fallen. Der Mischkonzern will statt 0,31 nur noch 0,10 Dollar je Aktie an seien Aktionäre ausschütten. Dagegen konnten die Anteilsscheine von Dell Computer dank freundlich aufgenommener Zahlen um 3,90 Prozent auf 8,53 Dollar zulegen. Zwar macht die Wirtschaftskrise dem PC-Hersteller schwer zu schaffen und sorgte für einen Gewinneinbruch um fast die Hälfte im vierten Quartal. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn lag dagegen dank der bereits erzielten Einsparungen knapp über den Schätzungen. Yahoo! -Titel stiegen um 1,93 Prozent auf 13,23 Dollar. Die neue Chefin des Internet-Portals, Carol Bartz, läutet den Management-Umbau ein und sucht einen neuen Finanzchef.

Der Euro kämpfte am Abend mit der marke von 1,27 Dollar und notierte zuletzt bei 1,2664 Dollar. Die richtungweisenden zehnjährigen US-Anleihen fielen um 7/32 Zähler auf 97 22/32 Punkte und rentierten mit 3,018 Prozent.

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