Marktbericht
US-Börsen schließen im Minus

Gemischt ausgefallene Quartalszahlen großer US-Unternehmen sowie teils enttäuschende Konjunkturdaten haben der Wall Street am Donnerstag Verluste beschert. Zu den größten Verlierern am Markt gehörten Papiere des weltgrößten Pharmakonzerns Pfizer und des Autoherstellers Ford. Titel der Öl-Multis brachen ein, nachdem der Ölpreis um mehr als einen Dollar nachgab.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.252 und einem Tief von 10.432 Punkten. Er verließ den Handel um 1,28 Prozent schwächer bei 10.281 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,5 Prozent auf 1177 Stellen, der Index der US-Technologiebörse Nasdaq lag bei 2068 Punkten 1,11 Prozent im Minus.

Ford-Aktien gaben um fast 0,5 Prozent auf 8,43 Dollar nach. Der Autobauer war im dritten Quartal wie erwartet in die Verlustzone gerutscht. Pfizer-Papiere sanken um fast 8,6 Prozent auf 21,92 Dollar. Der Gewinn des Pharmakonzerns war im Quartal eingebrochen. Zudem hatte der Konzern seinen optimistischen Ergebnisausblick für die kommenden zwei Jahre zurückgezogen. Händlern zufolge belastete Pfizer den gesamten Markt. Zwar träfen die Unternehmen mit ihren Ergebnissen noch die Erwartungen der Experten, sagte Giri Cherukuri von OakBrook Investments LLC. Allerdings überträfen sie die Erwartungen nicht mehr sonderlich deutlich.

Auch Aktien des weltgrößten Internet-Auktionshauses eBay gaben nach, um rund 6,8 Prozent auf 39,15 Dollar. Der Konzern hatte am Vortag nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorgelegt und darin zwar einen Gewinnanstieg bekannt gegeben, mit dem Ausblick jedoch die Anleger enttäuscht.

Analyst Jay Indovino von Sungard Institutional Brokerage machte für die Zurückhaltung am Markt auch den gegen Mittag (Ortszeit) veröffentlichten Konjunkturbericht der Federal Reserve Bank (Fed) von Philadelphia verantwortlich. Insbesondere der Index der bezahlten Preise habe Inflationsängste geschürt, sagte er. Den Angaben zufolge stiegen die von den Fabriken bezahlten Preise in der Region um Philadelphia im Osten der USA im Oktober auf 67,6 Punkte - den höchsten Stand seit November 1980 - von 52,7 Punkten im September.

Allerdings sei der Konjunkturindex im Oktober deutlich stärker als erwartet gestiegen, teilte die Philadelphia Fed weiter mit. Der Index gibt vergleichsweise verlässliche Hinweise auf die landesweite Entwicklung der US-Industrie. Der Index der US-Konjunktur-Frühindikatoren ist dagegen dem Wirtschaftsinstitut Conference Board zufolge im September deutlicher als erwartet gesunken.

Entgegen dem Markttrend legten Aktien des weltgrößten Limonaden-Herstellers Coca-Cola zu, um rund 0,8 Prozent auf 42,12 Dollar. Ein starkes Auslandsgeschäft hatte dem Unternehmen im dritten Quartal zu einem deutlichen Gewinnanstieg verholfen, der die Analystenerwartungen übertraf.

Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) leichtes US-Öl pendelte sich im späten Handel bei etwas über 61 Dollar ein. Analysten machten dafür die großen Lagerbestände verantwortlich. Zudem gebe es derzeit wenig Bedenken, dass Hurrikan "Wilma" den Öl-Förderanlagen im Golf von Mexiko großen Schaden zufügen werde. In der Folge büßten die Papiere der Öl-Multis deutlich ein: Titel von Exxon Mobil verloren rund 3,3 Prozent auf 55,26 Dollar, die des Konkurrenten Chevron um rund 4,4 Prozent auf 55,75 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,98 Milliarden Aktien den Besitzer. 820 Werte legten zu, 2490 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 945 im Plus, 2041 im Minus und 152 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 04/32 auf 98-13/32. Sie rentierten mit 4,449 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 11/32 auf 110-13/32 und hatten eine Rendite von 4,669 Prozent.

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