Marktbericht
US-Börsen schließen im Minus

Nach zwischenzeitlichen Höhenflügen hatte die gedämpfte Umsatzprognose des Discount-Einzelhändlers Target die Stimmung an der Wall Street wieder eingetrübt.

HB NEW YORK. Überraschend gut ausgefallene US-Konjunkturdaten konnten die Stimmung ebenso wenig aufhellen wie Inflationssorgen dämpfende Äußerungen des designierten US-Notenbank-Chefs Ben Bernanke. Nach positiven Unternehmensnachrichten zählten die Titel von Johnson & Johnson und Boeing zu den größten Gewinnern am Markt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10 741 und einem Tief von 10 664 Punkten. Er verließ den Handel 0,1 Prozent schwächer bei 10 686 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor um 0,39 Prozent auf 1229 Zähler. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq lag 0,65 Prozent im Minus bei 2186 Punkten.

Target-Titel büßten um 7,1 Prozent auf 54,30 Dollar ein. Der Konzern hat nach eigenen Angaben kaum Hoffnung auf ein gutes Feiertagsgeschäft in den USA im November und Dezember. Die Nachrichten belasteten auch die Papiere anderer Einzelhändler - Aktien von Wal-Mart gaben etwa um 1,1 Prozent auf 48,78 Dollar nach. "Die Umsatzwarnung von Target dämpft den Optimismus bezüglich der Verbraucherausgaben zu den Feiertagen insgesamt", kommentierte Analyst Chris Burba von Standard & Poor's die Stimmung am Markt. Die von der Regierung vorgelegten Oktober-Daten zur Inflation und zum Einzelhandelsumsatz konnten den Indizes nur zeitweise Auftrieb geben.

J&J-Papiere verteuerten sich um 3,8 Prozent auf 62,83 Dollar. Der US-Medizintechnik- und Pharmakonzern hatte mitgeteilt, für die Übernahme des Medizingeräte-Wettbewerbers Guidant 21,5 Milliarden Dollar zu zahlen - und damit rund 15 Prozent weniger als ursprünglich angenommen. Damit ist der Weg frei für den bislang größten Zusammenschluss in der Medizintechnik-Branche. Der Milliardenkauf stand zuletzt kurz vor dem Aus. "Wenn Firmen wie J&J große Geschäfte wie diese abschließen, dann ist das natürlich positiv für die Aktienmärkte", sagte Analyst Jim Awad von Awad Asset Management. "Es zeigt, dass es viel Vertrauen in die Wirtschaft gibt und dass viel Firmenkapital da ist, das nur darauf wartet, investiert zu werden."

Aktien des Flugzeugbauers Boeing verteuerten sich um 1,2Prozent auf 67,00 Dollar. Der Konzern hatte erklärt, für die neue Frachtversion seines Jumbo-Jets 747 bereits Aufträge im Wert von rund fünf Milliarden Dollar erhalten zu haben. Auch Papiere des zweitgrößten Herstellers von Mikroprozessoren, Advanced Micro Devices, waren gefragt und legten um zwei Prozent auf 25,50 Dollar zu. Der Konzern hatte erklärt, im kommenden Jahr mit einem deutlich höheren operativen Gewinn zu rechnen.

Zu den Verlierern zählten dagegen Titel des Chipherstellers SanDisk, die um 7,1 Prozent auf 57,00 Dollar nachgaben. Analysten der Deutschen Bank hatten die Titel auf "verkaufen" herabgestuft.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,69 Milliarden Aktien den Besitzer. 1067 Werte legten zu, 2245 gaben nach und 172 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 914 im Plus, 2116 im Minus und 157 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 11/32 auf 99-15/32. Sie rentierten mit 4,565 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 22/32 auf 109-03/32 und hatten eine Rendite von 4,752 Prozent.

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