Marktbericht: US-Börsen
Wall Street rettet sich ins Plus

Ein spannender Börsentag ist in New York zu Ende gegangen; die Anleger erlebten ein Wechselbad der Gefühle. Überraschend gute Konjunkturdaten nährten Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft. Die Freude wurde getrübt durch Sorgen um Banken und Autobauer. Schließlich überwog der Optimismus.

HB NEW YORK. Die wichtigsten US-Aktienindizes sind am Freitag dann schließlich doch noch freundlich in das verlängerte Wochenende gegangen. Am Montag bleiben die US-Börsen aufgrund eines Feiertages geschlossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete die Woche mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent bei 8 212 Punkten. Dabei pendelte er zwischen 8 099 und 8 219 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte ebenfalls 0,5 Prozent auf 877 Zähler zu. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq erreichte ein Plus von 0,1 Prozent auf 1 719 Punkte. Der Index legte damit an den vergangenen fünf Handelstagen 1,5 Prozent hinzu und schloss damit die achte Woche in Folge mit einem Aufschlag ab – das war die längste Serie seit fast zehn Jahren. Der Nasdaq 100 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 1 397 Punkte. Der Dow gewann im Wochenverlauf 1,7 Prozent, der S&P 1,3 Prozent. In Frankfurt wurde wegen des Mai-Feiertags nicht gehandelt.

Die US-Industrie schrumpft laut den jüngsten Daten langsamer, die Verbraucherstimmung scheint sich zudem aufzuhellen. Dies machte am Freitag aufkeimende Sorgen um den Zustand der US-Finanzbranche wett. Hinweise auf Verzögerungen bei der Bekanntgabe der sogenannten Stresstest-Ergebnisse für die wichtigsten Banken des Landes wurden von den Anlegern als schlechtes Vorzeichen verstanden. Regierungskreisen zufolge wird es die Einschätzung zum Kapitalbedarf der Institute nun erst am Donnerstag und nicht wie bislang angekündigt am Montag geben.

Bei den Konjunkturdaten hoben Händler besonders die Entwicklung der von der Universität Michigan ermittelten Stimmung der Konsumenten hervor. Der entsprechende Index war endgültigen Daten zufolge im April von 57,3 Punkten im Vormonat auf 65,1 Zähler geklettert. Volkswirte hatten hingen nur mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 61,9 Punkten gerechnet.

Am Vortag hatte die Insolvenz des US-Autoriesen Chrysler die beiden Standard-Indizes ins Minus gedrückt. Händler sprachen von einer unglücklichen Entscheidung der Regierung und zweifelten an den Perspektiven für die US-Autoindustrie. Die Absatzzahlen für den Monat April bestätigten die Skepsis: Die Talfahrt auf dem größten Absatzmarkt USA setzt sich fort. Die Aktien der Opel-Mutter General Motors rutschten fast sechs Prozent ins Minus, Ford-Aktien folgten auf dem Fuße mit fast fünf Prozent.

Auf der anderen Indexseite glänzten Alcoa mit einem Kursplus von sieben Prozent, was den Titeln des Aluminiumkonzerns den ersten Platz im Dow einbrachte. Die Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturerholung schüre auch die Erwartung wieder anziehender Rohstoffpreise, sagten Händler.

Gestützt wurde der Index auch durch Aktien aus der Energiebranche. Die Händler griffen nach Anteilen von Exxon Mobil und Chevron und setzten damit auf eine bessere Zukunft. „Wenn die Wirtschaft die Kehrtwende schafft, was uns alle derzeit erzählen, dann sollten auch die Energiepreise wieder hochgehen“, sagte Carl Birkelbach aus Chicago. Der Exxon-Kurs ging um zwei Prozent in die Höhe, die Chevron-Aktie um ein Prozent.

Der Nasdaq profitierte von einer lebhaften Nachfrage nach den Aktien von Schwergewichten wie Apple und Research In Motion. Der Apple-Kurs legte um mehr als ein Prozent zu, RIM-Aktien um fast fünf Prozent. Im Nasdaq 100 stürzten Celgene mit einem Abschlag von mehr als sieben Prozent auf den letzten Indexplatz. Das Pharmaunternehmen hatte die Markterwartungen mit den am Donnerstag nach Börsenschluss veröffentlichten Quartalszahlen lediglich getroffen. Zudem wiederholte das Unternehmen frühere pessimistische Aussagen zur weiteren Gewinnentwicklung.

Zu den Verlierern des Tages gehörte der zweitgrößte Kreditkartenanbieter MasterCard, dessen Aktien sich um um fast sechs Prozent verbilligten. Der Konzern übertraf zwar dank Kostensenkungen und höherer Gebühren im ersten Quartal die Markterwartungen, rechnet aber mit einem geringeren Umsatzwachstum als bislang prognostiziert. Die Papiere der Citigroup kletterten dagegen drei Prozent in die Höhe. Das Institut verkauft für knapp sechs Milliarden Dollar Kernbereiche seines Japan-Geschäfts an die dortige Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG).

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,29 Milliarden Aktien den Besitzer. 1 811 Werte legten zu, 1 113 gaben nach, und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,15 Milliarden Aktien 1 365 im Plus, 1 327 im Minus und 105 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 auf 96-17/32. Sie rentierten mit 3,165 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 26/32 auf 89-31/32 und hatten eine Rendite von 4,084 Prozent.

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