Marktbericht
US-Verluste schmälern europäische Gewinne

Abrutschende US-Börsen haben die europäischen Aktienmärkte am Dienstag einen Teil ihrer Kursgewinne gekostet. Der Eurostoxx50 ging angesichts der staatlichen Stützungsbemühungen für die Bankenbranche in Europa und den USA 2,54 Prozent höher bei 2 756,65 Zählern aus dem Handel - zwischenzeitlich hatte er allerdings noch um mehr als sechs Prozent zugelegt.

HB PARIS/LONDON. Der französische CAC-40-Index rettete ein Plus von 2,75 Prozent auf 3 628,52 Punkte ins Ziel. Der Londoner Ftse 100 gewann letztendlich noch 3,23 Prozent auf 4 394,21 Zähler.

Erneut standen Bankaktien im Fokus und zählten teilweise zu den größten Gewinnern an den europäischen Börsen. In London sprangen die Papiere von Barclays als "Footsie"-Spitzenreiter um 14,29 Prozent auf 248,375 Pence nach oben. In Paris gewannen die Aktien der Societe Generale 8,16 Prozent auf 53,00 Euro, nachdem der Konzern zuvor für das dritte Quartal einen Überschuss von rund einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt hatte. An der Börse in Mailand sprangen Banco Popolare um 9,63 Prozent auf 9,80 Euro hoch. In einem Bericht der Zeitung "Il Sole 24 Ore" hatte es geheißen, die Bank brauche nach eigenen Angaben keine Kapitalerhöhung. Das Institut wollte den Bericht nicht kommentieren. Zudem profitierte die Aktie von der 30,7-Porzent-Beteiligung am Konkurrenten Banca Italease , deren Titel dank eines geplanten Gemeinschaftsunternehmens mit der deutschen DZ Bank um 15,37 Prozent auf 4,375 Euro zulegten.

Andere Branchentitel rutschten dagegen ins Minus ab. So gaben Royal Bank of Scotland (RBS) um 1,07 Prozent auf 74,13 Pence nach. Die Papiere der britischen Lloyds-Bank verloren 6,60 Prozent auf 155,88 Pence und die von Hbos 5,22 Prozent auf 85,09 Pence. Die Papiere der französischen Großbank BNP Paribas rutschten im Handelsverlauf ins Minus und verloren 4,45 Prozent auf 61,34 Euro, nachdem sie zeitweise ein Tagestief von 59,89 Euro erreichten. Händler machten dafür Aussagen der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde verantwortlich. Lagarde hatte am Montag für die französischen Banken eine Eigenkapitalquote (Tier 1) von etwa neun Prozent gefordert. BNP Paribas verfügte Ende Juni aber nur über eine Eigenkapitalquote von 7,6 Prozent.

Um 77,57 Prozent auf 1,22 Euro brachen die Aktien der wegen der Finanzkrise mittlerweile zerschlagenen belgisch-niederländischen Fortis ein. Nachdem die Papiere tagelang vom Handel ausgesetzt waren, waren ab 11.00 Uhr erstmals wieder Kurse berechnet worden. Der Konzern will die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über die jüngsten Anteilsverkäufe abstimmen lassen. Dexia Banque büßten 15,54 Prozent auf 5,29 Euro ein, wofür Händler Marktgerüchte um eine vollständige Verstaatlichung des Instituts verantwortlich machten.

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