Marktbericht USA
Citigroup zieht Wall Street ins Minus

Das Debakel der Citigroup hat die US-Börsen am Montag ins Minus gezogen. Das Papier der Großbank, die erneut Milliarden-Abschreibungen ankündigen musste, verlor fast 5 Prozent und belastete weitere Finanztitel. Das überraschend starke Wachstum des Dienstleistungssektors in den Vereinigten Staaten begrenzte die Kursverluste insgesamt jedoch.

HB NEW YORK. Neue Milliarden-Abschreibungen bei der Citigroup in Folge der Kreditmarktkrise haben die New Yorker Börsen am Montag ins Minus gezogen. Die Ankündigung der größten US-Bank belastete vor allem Finanztitel und schürte die Sorgen der Anleger vor den Auswirkungen der Krise auf die Konjunktur. Das überraschend starke Wachstum des Dienstleistungssektors in den Vereinigten Staaten begrenzte die Kursverluste jedoch.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer bei 13 543 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13 447 und 13 618 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,5 Prozent auf 1502 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 2795 Punkte nach. In Deutschland hatte der Aktienindex Dax zuvor ebenfalls 0,5 Prozent schwächer geschlossen bei 7808 Stellen.

"Die Finanztitel machen 20 Prozent des S&P-500 aus, und wenn es dieser Branche nicht gut geht, geht es abwärts", sagte Brian Gendreau von der Bank ING. "Die Leute wissen einfach nicht, was in den Bilanzen steht, und die Branche ist eine große Belastung und wird für eine ganze Weile eine Belastung bleiben."

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Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien der Citigroup. Sie verbilligten sich um 4,9 Prozent auf 35,90 Dollar. Die Bank hatte erklärt, sie müsse weitere elf Mrd. Dollar im Zusammenhang mit dem Hypothekengeschäft abschreiben. Firmenchef Charles Prince trat zurück. Prince ist nach Stanley O'Neal von Merrill Lynch der zweite Mann an der Spitze eines großen US-Finanzinstituts, der wegen der Kreditkrise seinen Hut nehmen muss. Einem Medienbericht zufolge soll der derzeitige Chef des Vermögensverwalters BlackRock, Laurence Fink, Merrill Lynch aus der Krise führen. Allerdings stufte Lehman Brothers das Papier herunter. Die Merrill-Aktie gab um 2,4 Prozent auf 55,88 Dollar nach.

Auch die Papiere von Burger King verloren an Wert. Ihr Kurs fiel um 3,6 Prozent auf 26,72 Dollar, obwohl neue Menüangebote dem McDonald's-Konkurrenten steigende Gewinne und Umsätze beschert hatten. Anleger verkauften die Papiere aber, weil Beteiligungsgesellschaften ihr Engagement bei der Schnellrestaurant-Kette zurückfahren wollen.

Gegen den Trend verteuerten sich Aktien des Suchmaschinenbetreibers Google um zwei Prozent auf 725,65 Dollar. Der Konzern hatte ein Betriebssystem für Mobiltelefone angekündigt.

Das Institute for Supply Management (ISM) berichtete, der US-Dienstleistungssektor sei im Oktober stärker als erwartet gewachsen. Das stützte den Markt. Dienstleistungen machen 80 Prozent der US-Wirtschaft aus.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,52 Mrd. Aktien den Besitzer. 776 Werte legten zu, 2471 gaben nach und 87 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,11 Mrd. Aktien 973 im Plus, 1992 im Minus und 113 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 6/32 auf 103-6/32. Sie rentierten mit 4,344 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 8/32 auf 105-28/32 und hatten eine Rendite von 4,633 Prozent.

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