Marktbericht USA
Kursrutsch an der Wall Street

Neue Sorgen über die Folgen der Kreditkrise für die Finanzbranche und ein deutlicher Anstieg des Ölpreises haben die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dow Jones fiel auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren, die Aktien von General Motors zeitweise gar auf das niedrigste Niveau seit mehr als einem halben Jahrhundert.

HB NEW YORK. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte neue Milliardenabschreibungen bei Citigroup und Merrill Lynch vorhergesagt. Unerwartet schwache Geschäftszahlen von Nike und Research in Motion trübten die Stimmung zusätzlich. Der Preis für US-Öl erreichte vorübergehend ein neues Rekordhoch von mehr als 140 Dollar pro Barrel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel rund drei Prozent niedriger bei 11 453 Stellen und damit auf seinem Tagestief. Der Tageshöchststand lag bei 11 808 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 2,9 Prozent schwächer bei 1 283 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq verzeichnete die größten Prozentverluste an einem Handelstag seit Januar und fiel 3,3 Prozent auf 2 321 Zähler. In Frankfurt hatte der Dax zuvor 2,4 Prozent verloren auf 6 459 Punkte.

Die Citigroup wird nach Einschätzung von Goldman im zweiten Quartal weitere neun Milliarden Dollar abschreiben und sich frisches Kapital besorgen müssen. Die Abschreibungen beim weltgrößten Broker Merrill Lynch werden sich der Prognose zufolge auf 4,2 Milliarden Dollar belaufen. Die Aktien der Citigroup gaben 6,3 Prozent nach, Merrill 6,8 Prozent.

General-Motors-Aktien verloren zeitweise mehr als zwölf Prozent auf 11,21 Dollar und lagen damit so tief wie seit 1955 nicht mehr. Auch hier waren die Analysten von Goldman Sachs ausschlaggebend. Sie hatten sich negativ zu dem größten US-Autobauer geäußert. Die GM-Aktie schloss 10,8 Prozent tiefer. Die Papiere des Rivalen Ford lagen 3,2 Prozent im Minus. Die Branche hat mit Absatzrückgängen zu kämpfen. An den Märkten gab es zudem Unruhe nach Gerüchten, Chrysler könnte Gläubigerschutz anmelden. Der drittgrößte US-Autobauer wies dies aber als gegenstandslos zurück. Chrysler gehört dem Investor Cerberus und ist nicht börsennotiert. Daimler ist noch mit 20 Prozent an seiner Ex-Tochter beteiligt.

Der weltgrößte Sportartikel-Hersteller Nike kämpft mit Schwierigkeiten auf seinem Heimatmarkt und sprach bei der Vorlage seiner Quartalszahlen von großen Herausforderungen. Die Aktien fielen um 9,8 Prozent. Auch der Blackberry-Hersteller Research in Motion konnte die hochgesteckten Erwartungen der Börsianer nicht erfüllen, obwohl er Gewinn und Umsatz verdoppelte. Die Titel fielen um 13,3 Prozent. Der SAP-Konkurrent Oracle konnte sich trotz eines unerwartet deutlichen Gewinnanstieg dem allgemeinen Sog nach unten nicht entziehen. Die Aktie büßte fünf Prozent ein, was Händler auch mit dem vorsichtigen Ausblick von Oracle begründeten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,54 Milliarden Aktien den Besitzer. 479 Werte legten zu, 2692 gaben nach und 56 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,29 Milliarden Aktien 579 im Plus, 2331 im Minus und 101 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 13/32 auf 98-19/32. Sie rentierten mit 4,049 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 20/32 auf 96-07/32 und hatten eine Rendite von 4,610 Prozent.

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