Marktbericht USA
Rezessionsängste lassen US-Börsen einbrechen

Die US-Börsen haben am Dienstag heftige Verluste verbucht. Rezessionsängste und Rekordverluste im Finanzsektor ließen den Dow-Jones-Index der Standardwerte um 2,17 Prozent auf 12 501 Punkte fallen. Auch der Auftritt von Apple-Chef Steve Jobs auf der MacWorld in San Francisco konnte die Stimmung an der Wall Street nicht aufhellen.

HB NEW YORK. Ein unerwarteter Rückgang im US-Einzelhandelsgeschäft hat die Ängste vor einer drohenden Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft verstärkt und die US-Börsen am Dienstag einbrechen lassen. Die drei führenden Indizes verloren jeweils mehr als zwei Prozent. Die unter der Kreditkrise leidende Großbank Citigroup zog mit einem Milliardenverlust den Finanzsektor nach unten. Den Abwärtstrend verstärkten auch Boeing-Titel, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, der Bau des 787-Dreamliners verzögere sich womöglich weiter.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,17 Prozent tiefer bei 12 501 Punkten. Im Verlauf hatte er zwischen 12 488 und 12 777 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 2,49 Prozent auf 1380 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq sank um 2,45 Prozent auf 2417 Punkte. Die Europäischen Börsen hatten zuvor ebenfalls stark nachgegeben: Sie schlossen mit den niedrigsten Werten seit 15 Monaten. Der Dax ging 2,1 Prozent tiefer bei 7566 Zählern aus dem Handel, nachdem die Hypo Real Estate mit dem Eingeständnis von Belastungen aus der Hypothekenkrise die Anleger schockiert hatte.

"Die Einzelhandelserlöse waren schlimmer als erwartet", sagte Investment-Stratege Michael Metz von Oppenheimer & Co. Die Nachfrage schwäche sich offensichtlich ab und es gebe keine Anzeichen, dass es wieder besser werde. Jüngstes Opfer der schwindenden Kauflaune war am Dienstag der Einzelhändler Williams Sonoma, der nach einem schwachen Weihnachtsgeschäft seine Prognose kappte. Die Papiere brachen um fast zehn Prozent ein. Die Aktien des Marktführers Wal-Mart verbilligten sich um 1,4 Prozent.

Die US-Verbraucher gaben wegen der hohen Energiepreise und der Krise auf dem Immobilienmarkt im für die Einzelhändler wichtigen Monat Dezember weniger aus. Die Umsätze gingen im Vergleich zum November um 0,4 Prozent zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem unveränderten Wert erwartet. Die US-Wirtschaft hängt zu zwei Dritteln vom privaten Konsum ab.

Auch die Citigroup trug zu den Sorgen um die US-Konjunktur bei. Die Finanzkrise brockte der Großbank zum Jahresende den ersten Verlust seit ihrer Entstehung 1998 ein - sie verlor knapp zehn Mrd. Dollar. Die Aktien des Instituts rutschten um mehr als sieben Prozent ab. Merrill-Lynch-Papiere verloren 5,3 Prozent. Die wegen der Kreditmarktkrise angeschlagene Investmentbank hatte erneut eine Geldspritze in Milliardenhöhe in Anspruch genommen. Einen zusätzlichen Negativschub brachte Märkten ein Bericht über den Flugzeughersteller Boeing. Dem "Wall Street Journal" zufolge kommt es beim neuen Modell 787 Dreamliner womöglich zu weiteren Lieferverzögerungen. Dies könnte das Unternehmen teuer zu stehen kommen. Boeing-Papiere rutschten nach Bekanntwerden der Nachricht um 4,7 Prozent ab.

Wenig beeindruckt zeigten sich die Investoren auch von Apple-Chef Steve Jobs' Auftritt auf der MacWorld, wo er bekanntgab, dass der Konzern bisher vier Mill. iPhones verkaufte. Jobs kündigte zudem den Einstieg in den Verleih von Filmen über das Internet an und stellte einen neuen leichtgewichtigen Laptop vor. Die Apple-Papiere verbilligten sich bis Handelsschluss dennoch um mehr als fünf Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,81 Mrd. Aktien den Besitzer. 817 Werte legten zu, 2340 gaben nach und 85 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,39 Mrd. Aktien 714 im Plus, 2261 im Minus und 105 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 21/32 auf 104-17/32. Sie rentierten mit 3,694 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 38/32 auf 111-25/32 und hatten eine Rendite von 4,29 Prozent.

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