Marktbericht USA
Wall Street: Subprime-Risiken sind wieder ein Thema

Unsicherheit über das Ausmaß der Kreditmarktkrise und enttäuschende Firmenzahlen haben die US-Börsen am Donnerstag belastet. Nach dem Quartalsverlust-Schock von Merrill Lynch am Mittwoch schickten mehrere Herabstufungen die Aktie der Investment-Bank erneut auf Talfahrt.

HB NEW YORK. Außerdem drückten Gerüchte über eine hohe Abschreibung bei AIG den Aktienkurs des weltgrößten Versicherers. Zusätzlich gab eine Reihe von Wirtschaftsdaten den Konjunktursorgen neue Nahrung. Lediglich unerwartet gute Quartalszahlen des Handykonzerns Motorola stimmten einige Anleger etwas optimistischer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss etwas schwächer bei 13 671 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 13 547 und 13 741 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging 0,1 Prozent zurück auf 1 514 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,86 Prozent auf 2 750 Stellen.

"Nach der Abschreibung bei Merrill Lynch gestern gehen nun viele verschiedene Gerüchte herum", erklärte Analyst Tim Smalls vom Handelshaus Execution LLC. "Die Branche, die im Fadenkreuz steht, ist der Finanzsektor." Die Aktie von Merrill Lynch brach noch einmal rund 3,7 Prozent ein, nachdem mehrere Handelshäuser die Investment-Bank herunter gestuft hatten. Das Unternehmen hatte im Zuge der Krise an den Kreditmärkten am Mittwoch den größten Quartalsverlust seiner Geschichte bekanntgegeben.

In den Strudel gerieten auch die Aktien von AIG, die mehr als drei Prozent an Wert verloren. Auf dem Börsenparkett gab es Spekulationen, der Versicherer stehe kurz vor einer großen Abschreibung bei seinen Sicherheiten. In einigen Medienberichten hieß es aber, an dem Gerücht sei nichts dran.

Zudem hielten Konjunktursorgen weiter an, nachdem die Auftragseingänge für langlebige Güter unerwartet zurückgegangen waren. Dies lasse darauf schließen, dass die Zahlen für das vierte Quartal bei einigen Unternehmen nicht so gut ausfallen könnten, hieß es. Auch die Lage am Arbeitsmarkt war zuletzt etwas düsterer als erwartet.

Zu den Verlierern gehörten ferner die Anleger von Dow Chemical, deren Aktien um etwa 0,7 Prozent verloren. Die Geschäftszahlen des Chemieriesen waren etwas schwächer ausgefallen als erwartet. Wegen eines schwachen Ausblicks wurde auch der Software-Hersteller Symantec abgestraft, dessen Aktien zwölf Prozent ins Minus abrutschten.

Dagegen legten Papiere des US-Handy-Herstellers Motorola dank eines unerwartet hohen Gewinns rund vier Prozent zu. Der Konzern hatte vorbörslich seine Zahlen für das Quartal vorgelegt, nach denen der Gewinn höher ausfiel als von Analysten erwartet. Auch Microsoft-Aktien lagen rund 2,3 Prozent im Plus. Der weltgrößte Software-Konzern hatte zuvor seinen Einstieg bei der populären Internet-Kontaktbörse Facebook bekanntgegeben und sich damit exklusive Werberechte gesichert.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,61 Mrd. Aktien den Besitzer. 1.586 Werte legten zu, 1.665 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,71 Mrd. Aktien 1.207 im Plus, 1.714 im Minus und 116 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 6/32 auf 103-00/32. Sie rentierten mit 4,370 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 10/32 auf 105-07/32 nach und hatten eine Rendite von 4,672 Prozent.

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