Marktbericht
Verhaltener Start in die Börsenwoche

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich zu Wochenbeginn mit Aufträgen zurückgehalten. Viele warteten die anlaufende Berichtssaison in den USA und Europa ab, ehe sie sich neu positionierten, begründeten Händler die geringen Umsätze.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex schloss mit 4 978,83 (plus 3,27) Punkten nahezu unverändert. Als belastende Faktoren machten Händler den Ölpreis aus. Der stieg angesichts eines neuen sich über dem Golf von Mexiko zusammenziehenden Tropensturms zeitweise um mehr als einen Dollar auf rund 64 Dollar je Fass US-Leichtöl. Im MDax erholten sich einige Nebenwerte leicht von den Verlusten der Vorwoche.

„Das Geschäft ist sehr nervös. Alles schaut auf die Wall Street, keiner wagt sich so richtig hervor“, fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Im Fokus standen nach der Einigung von General Motors mit der Gewerkschaft auf eine Senkung der Krankenversicherungskosten die Autowerte, allen voran Daimler-Chrysler. Die Aktien des Autobauers führten mit einem Plus von 1,6 Prozent die Gewinnerliste im Dax an. Händler erklärten die Kursgewinne mit Spekulationen auf Kostensenkungen bei der US-Tochter Chrysler. Dies überwiege den unerwartet hohen Verlust, den GM im dritten Quartal ausweisen musste. „Die Einigung, die GM mit den Gewerkschaften erzielt hat, zeigt, dass die Gewerkschaften zu Zugeständnissen bereit sind, und die Autobauer ihre Sparmaßnahmen durchsetzen können“, sagte ein Händler. VW und BMW schlossen je 0,5 Prozent niedriger.

Wenig Einfluss auf die Notierungen hatte der Zwischenbericht der Citigroup, der in etwa wie erwartet ausfiel. Die Aktien der Deutschen Bank zählten mit einem Kursplus von 0,7 Prozent zu den größeren Dax-Gewinnern. Deutschlands größtes Kreditinstitut beteiligt sich mit zehn Prozent beim chinesischen Bankhaus Huaxia. Das Investitionsvolumen wird auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Analysten bewerteten das Risiko als eher begrenzt.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten mit einem Plus von 1,4 Prozent auf die Aktien von SAP. Nach den Worten seines Vertriebschefs Leo Apotheker hat der Softwarekonzern seinen Konkurrenten Oracle im dritten Quartal überholt. Am Donnerstag legt SAP die Quartalszahlen vor.

Tui stiegen um 0,5 Prozent. Europas größter Reisekonzern hat nach eigenen Angaben alle behördlichen Genehmigungen für die Übernahme der britisch-kanadischen Reederei CP Ships erhalten. Größte Verlierer waren BASF mit Minus 1,4 Prozent und Metro mit einem Abschlag von knapp einem Prozent. Händler begründeten die Verluste mit technischen Faktoren.

Im MDax glichen die Aktien des Gesundheitskonzerns Fresenius ihrer Verluste von Freitag aus und gewannen sechs Prozent. Nach der Ankündigung der milliardenschweren Übernahme der Helios-Kliniken waren die Titel wegen der damit verbundenen Kapitalerhöhung stark unter Druck geraten. Die Übernahme werde sich aber mit der Zeit auszahlen, kommentierten die Analysten von Equinet am Montag, die zugleich die Papiere empfahlen. Die im Dax notierten Aktien der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) schlossen fast unverändert.

Die Aktien des Stahlkonzerns Salzgitter holten ihren Freitagsverlust auf und stiegen um 2,7 Prozent.

Im Kleinwerteindex SDax verloren die Titel von Zapf Creation zeitweise 13 Prozent, nachdem der Puppenhersteller eine Überprüfung des Abschlusses 2004 wegen möglicher Fehler bekannt gegeben hatte. Bis zum Handelsschluss erholten sich Zapf etwas , so dass das Minus mit 3,4 Prozent moderater ausfiel.

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