Marktbericht von den New Yorker Börsen
US-Anleger hoffen auf gute Zahlen

Die Wall Street verabschiedet sich mit deutlichen Kursgewinnen ins Wochenende. Kommende Woche läuft die Berichtssaison auf Hochtouren. Die Anleger freuen sich schon jetzt auf gute Ergebnisse. Die US-Börsen nehmen dies in den Kursen vorweg - wieder einmal.

HB NEW YORK. Die Hoffnung auf eine positiv verlaufende US-Berichtssaison hat den Dow-Jones-Index am Freitag bis auf gut 50 Zähler an sein Jahreshoch herangeführt. Händlern zufolge rechnen die Anleger mit erfreulichen Quartalszahlen, nachdem der Aluminiumriese Alcoa bereits am Mittwoch ein überzeugendes Zahlenwerk vorgelegt hatte. Vor diesem Hintergrund verblassten laut Börsianern Aussagen von Notenbankchef Ben Bernanke, die zu Handelsbeginn noch mit Skepsis aufgenommen worden waren. Der oberste Währungshüter der USA hatte sich grundsätzlich bereit erklärt, einer eventuell drohende Inflation mit einer strafferen Geldpolitik und damit höheren Zinsen zu begegnen.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,8 Prozent auf 9 865 Zähler und näherte sich damit seinem Jahreshoch von 9 918 Punkten. Betrachtet man freilich nur die in diesem Jahr erzielten Schlusskurse, so hat der Dow bereits an diesem Freitag einen neuen Höchststand erreicht. Auf Wochensicht erzielte der Leitindex ein sattes Plus von annähernd vier Prozent. Für den marktbreiten S&P-500-Index ging es am letzten Handelstag der Woche um 0,6 Prozent auf 1 071 Punkte hoch. An der Technologiebörse Nasdaq rückte der Composite-Index um 0,7 Prozent auf 2 139 Zähler vor. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verbesserte sich um 0,6 Prozent auf 1.727 Punkte.

Damit sind nun genau zwei Jahre vergangen, nachdem der Dow Jones und der S&P 500 bei 14 164 beziehungsweise 1 565 Zählern so hoch wie noch nie geschlossen hatten. Gegenwärtig sind beide Indizes noch etwa 30 Prozent von diesen Höchstständen entfernt. Allerdings haben sie andererseits seit ihren Jahrstiefs im März wieder rund 50 Prozent an Boden gut gemacht.

Gewinner im US-Leitindex waren die Titel von IBM mit einem Plus von drei Prozent auf 125,93 Dollar. Die Analysten von Barclays hatten das Kursziel für die Papiere des Computerkonzerns von 119,00 auf 140,00 US-Dollar angehoben. Chevron-Papiere stiegen um 1,8 Prozent auf 72,76 Dollar. Der Überschuss im dritten Jahresviertel werde über dem des Vorquartals liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Die Gewinne aus dem Fördergeschäft sollten deutlich wachsen. Dagegen rechnet der Konzern bei Verarbeitung und Vertrieb lediglich mit einem stagnierenden Ergebnis. Die Quartalszahlen legt das Unternehmen am 30. Oktober vor.

Gefragt waren auch die Anteilsscheine von AK Steel. Sie stiegen um 0,9 Prozent auf 19,61 Dollar, nachdem Analyst David Martin von der Deutschen Bank die Papiere des Stahlunternehmens von "Hold" auf "Buy" hochgestuft hatte. Das Unternehmen sei ein attraktiver Kandidat für eine Übernahme, hieß es. Titel des Wettbewerbers United States Steel hingegen sanken um 0,6 Prozent auf 43,85 Dollar.

Recht deutlich im Minus standen die Papiere von Fannie Mae und Freddie Mac, die um vier Prozent auf 1,43 Dollar beziehungsweise um 3,9 Prozent auf 1,71 Dollar sanken. Der Direktor der für die schwer angeschlagenen Immobilienfinanzierer zuständigen Aufsichtsbehörde, Edward DeMarco, bezeichnete den Ausblick für beide Unternehmen als weiterhin heikel. Er sieht möglichen Finanzbedarf über die bereits geleisteten Staatshilfen von fast 100 Milliarden Dollar hinaus.

Die Papiere der Citigroup gaben um 0,4 Prozent auf 4,63 Dollar ab. Das Ölunternehmen Occidental kauft dem Bankhaus den Rohstoff-Händler Phibro ab. Die auf Rohstoffhandel spezialisierte Phibro arbeitet hochprofitabel und war in den vergangenen Jahren ein Garant für üppige Gewinne. Allerdings war die Tochter durch hohe Bonuszahlungen in Verruf geraten.

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