Marktbericht von der Frankfurter Börse
Dax wieder im Rückwärtsgang

Die Verschnaufpause währte nur einen Tag. Der deutsche Aktienmarkt hat seine Talfahrt am Mittwoch erneut aufgenommen. Ein bevorstehender Preiskampf bei Nachahmermedikamenten ließ insbesondere die Aktienkurse des Generika-Herstellers Stada einbrechen.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 1,6 Prozent niedriger bei 5587 Punkten. Am Dienstag hatte der Leitindex noch 2,4 Prozent gewonnen. Der Volatilitätsindex VDax, der die Nervosität der Anleger widerspiegelt, stieg um knapp zehn Prozent. Der MDax gab 1,71 Prozent auf 7 839,47 Punkte nach. Der TecDax sackte um 1,15 Prozent auf 642,12 Zähler ab.

„Der Markt ist weiter angeschlagen. Die Anleger sind hypernervös“, fasste ein Händler die Stimmung zusammen. Ein anderer Börsianer verwies auf den Feiertag am Donnerstag in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern. „Vor dem verlängerten Wochenende will sich niemand mit Positionen aus dem Fenster lehnen. Deshalb verkaufen die Anleger die Aktien, die sie gestern noch gekauft haben“, sagte ein Händler. Selbst positive Konjunkturdaten konnte die Anleger nicht an den Aktienmarkt locken.

Händler nannten neben allgemeiner Nervosität den Beginn der US-Hurrikansaison und steigende Rohstoffpreise als Belastungsfaktoren. „Viele Anleger wurden auf dem falschen Fuß erwischt“, sagte Helaba-Marktstratege Mirko Pillep. „Der ganze Jahresgewinn im Index ist dahin.“ Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), fügte allerdings hinzu: „Die Abwärtsdynamik insgesamt hat jetzt doch ein bisschen nachgelassen. Die Chance, dass eine Bodenbildung zwischen 5500 und 5700 Punkten stattfindet, ist gar nicht so klein.“ Er gehe optimistisch in die nächsten Tage.

„Was wir auf konjunktureller Ebene gesehen haben, ist auf jeden Fall ein positives Zeichen für den Aktienmarkt“, erklärte Schallenberger. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich weniger stark eingetrübt als erwartet. Wie das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte, sank das Ifo-Geschäftsklima um 0,3 Punkte auf 105,6 Zähler. Befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 105,2 Punkte gerechnet.

Von allen Dax-Unternehmen konnte lediglich die Schering-Aktie ein kleines Plus von 0,11 Prozent verbuchen, nachdem die EU grünes Licht für die Übernahme durch Bayer gegeben hatte. Die größten Verluste verzeichnete die MAN-Aktie mit minus 3,8 Prozent. Thyssen-Krupp-Papiere gaben gut 3,4 Prozent nach. Siemens und Lufthansa verloren jeweils 2,8 Prozent. Der Euro legte gegenüber dem Dollar leicht zu.

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