Marktbericht
Wall Street durch nachgebende Ölpreise mit Kursgewinnen

Weil im Tagesverlauf die Ölpreise wieder nachgegeben haben verzeichneten die US-Aktienmärkte am Montag Kursgewinne. Zunächst hatten Befürchtungen vor Großschäden durch den Hurrikan "Katrina" über dem Golf von Mexiko und den angrenzenden US-Küstenregionen der Wall Street Kursverluste bereitet.

HB NEW YORK. Der Dow Jones Index der Standardwerte pendelte in Geschäftsverlauf zwischen 10.488 und 10.349 Zählern. Er verließ den Handel 0,63 Prozent höher mit 10.463 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 zog um 0,6 Prozent auf 1212 Punkte an. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,8 Prozent auf 2137 Stellen zu.

Der Wirbelsturm weckte zunächst am Ölmarkt die Furcht, er könne die für die USA wichtigen Ölförderanlagen im Golf von Mexiko beschädigen und so zu Versorgungsengpässen führen. Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Öl zur Lieferung im Oktober war zeitweise auf ein Allzeithoch von 70,80 Dollar geklettert. Mit der Abschwächung des Sturms entspannte sich die Lage am Ölmarkt und die Wall Street erholte sich. "Ich bin etwas überrascht, dass die Ölpreise dem Markt nicht mehr geschadet haben", sagte Giri Cherukuri von OakBrook Investments.

Möglicherweise sähen die Anleger den Anstieg der Ölpreise als vorübergehende Erscheinung an, fügte er hinzu. Bob Doll von Merrill Lynch Investment Managers merkte an: "Die steigenden Energiekosten haben bisher überraschend geringe Auswirkungen auf die Ausgaben der Verbraucher und die Unternehmensgewinne gehabt". Auch Jay Finkel von Lord, Abbet & Co beurteilte die Entwicklung der Börse als überraschend: "Der Fakt, dass der Sturm nicht so stark war wie befürchtet, hat zu den heutigen Kursgewinnen beigetragen", sagte er.

"Katrina" hatte jedoch nicht nur negative Folgen für die Börsen. So stiegen viele Investoren wegen erwarteter höherer Absätze von Materialien zur Behebung der Hurrikan-Schäden bei US-Baumarktketten ein. Davon profitierte Branchenprimus Home Depot mit einem Kursplus von gut 1,8 Prozent auf 40,54 Dollar. Die zweitgrößte US-Heimwerkerkette Lowe's schloss sich an und legte mehr als 2,2 Prozent auf 64,60 Dollar zu.

Der gestiegene Ölpreis lockte die Investoren zudem in den Energiesektor. Hier gewannen die Aktien von ConocoPhillips knapp zwei Prozent auf 63,07 Dollar. Auch die Papiere des Ölfelddienstleisters Halliburton waren gefragt und wurden mit 57,80 Dollar um fast ein Prozent höher angeschrieben.

Dagegen litten die Aktien der Versicherungswirtschaft unter der Furcht vor Schäden von rund 26 Milliarden Dollar durch "Katrina". Die Ratingagentur Fitch mutmaßte, der Wirbelsturm könnte die höchsten versicherten Schäden in den USA seit den Anschlägen vom 11. September 2001 und seit dem Hurrikan "Andrew" im Jahr 1992 verursachen. In der Folge stießen die Anleger Versicherungspapiere ab - die Titel der Allstate Corp fielen um gut 1,3 Prozent auf 57,18 Dollar.

Kräftige Unterstützung erhielt hingegen die Technologiebörse von deutlichen Kursgewinnen der Papiere des weltgrößten Chip-Produzenten Intel, die fast 1,3 Prozent auf 25,73 Dollar zulegten. Die Aktien des Internet-Auktionshauses eBay wurden mit 39,47 Dollar um knapp 1,3 Prozent höher angeschrieben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Milliarden Aktien den Besitzer. 2072 Werte legten zu, 1205 gaben nach und 161 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,25 Milliarden Aktien 1765 im Plus, 1235 im Minus und 195 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 4/32 auf 100-19/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,174 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten im Kurs 7/32 auf 115-13/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,365 Prozent.

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