Marktbericht
Wall Street im Rückwärtsgang

Sorgen über gewinn- und wachstumsschädliche Folgen des Hurrikans „Katrina “ und der hohen Energiekosten haben am Dienstag die Käufer vom New Yorker Börsenparkett vertrieben. Selbst ein überraschend geringer Anstieg der US-Großhandelspreise im August konnte die Stimmung an der Wall Street nicht aufhellen.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,8 % ermäßigt mit 10 597 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er zwischen 10 674 und 10 595 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,75 % auf 1231 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,51 % auf 2172 Stellen zurück.

"Es herrscht große Unsicherheit wegen der Energiepreise. Deshalb ist der Markt in einer engen Spanne gefangen. In ein paar Monaten werden wir sehen, wie Katrina dem Markt nutzt oder schadet", sagte Brad Pleiman von Piper Jaffray. Marc Pado von Cantor Fitzgerald erklärte: "Uns steht eine große Zahl von Warnungen im Zusammenhang mit "Katrina' bevor. Der Markt beginnt zu merken, dass das ein harter September wird".

Unter den Folgen des Wirbelsturms litt auch der Konsumgütergigant Procter & Gamble (P&G). Wirtschaftsvertreter im US-Bundesstaat Louisiana kündigten an, sie bemühten sich darum, dass P&G seine Kaffee-Geschäfte im Raum von New Orleans so bald als möglich wieder aufnehmen könne. Der Konzern verliere hier schätzungsweise eine Million Dollar pro Tag. Die Investmentbank Bear Stearns reduzierte daraufhin ihre Gewinnschätzung für P&G, was die Anleger offenbar als Signal zum Verkaufen werteten. Sie drückten den Kurs damit um 1,8 % auf 55,54 Dollar und belasteten so auch den Dow.

Befürchtungen über eine Schmälerung der Kaufkraft der US-Bürger durch die hohen Energiekosten dämpften Händlern zufolge in nahezu allen Bereichen des Marktes die Kauflust. Zwar sind die Ölpreise deutlich unter ihr zuletzt erreichtes Allzeit-Hoch zurückgefallen, liegen aber immer noch um rund 45 % höher als zu Jahresanfang.

Die hohen Energiepreisen haben auch US-Fluggesellschaften in Bedrängnis gebracht. Mit einem Bericht in der Internet-Ausgabe über einen am Mittwoch möglicherweise anstehenden Konkursantrag löste die "New York Times" eine Verkaufswelle bei Aktien der viertgrößten US-Fluggesellschaft Northwest Airlines aus und stürzte den Kurs damit um fast 53 % auf 1,57 Dollar.

Der Elektronik-Einzelhändler Best Buy steigerte im zweiten Quartal zwar seinen Gewinn kräftig, verfehlte damit aber die Erwartungen der Anleger. Dafür straften sie ihn mit einem Abschlag auf den Aktienkurs von gut elf Prozent auf 44,79 Dollar ab. "Best Buy hat von einem enttäuschenden Quartal berichtet. Nach Katrina erwarten wir eine Vielzahl von Warnungen, dass die Gewinne nicht die Erwartungen erfüllen", sagte Michael Malone von S.G. Cowen. Wenn die Entwicklung anhalte, werde das die Stimmung an der Börse eintrüben, prognostizierte er. Zur aktuellen Entwicklung sagte er: "Nach den kräftigen Gewinnen der vorigen Woche erleben wir eine leichte Konsolidierung".

Für Enttäuschung sorgte Händlern zufolge zudem die Ablehnung des Osteoporose-Mittels Oporia des Pharmakonzerns Pfizer. Die Börse quittierte dies mit einem Minus von knapp 1,4 % auf 25,98 Dollar.

Dagegen verhalf eine optimistische Gewinn- und Umsatzprognose des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia auch anderen Unternehmen der Branche zu Kursgewinnen. So lockte der positive Ausblick des finnischen Konzerns nicht nur zum Kauf seiner auch in New York gehandelten Anteile, die 4,6 % auf 16,81 Dollar zulegten, sondern weckte auch Gewinnerwartungen für den weltgrößten Hersteller von Handy-Chips, Texas Instruments(TXN.N> Instruments(TXN.N> , dessen Papiere knapp 2,6 % auf 33,96 Dollar gewannen. Nutzen daraus zog auch der Mobilfunk-Zulieferer Qualcomm mit einem Kursplus von gut 0,7 % auf 42,85 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Mrd. Aktien den Besitzer. 989 Werte legten zu, 2344 gaben nach und 139 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,75 Mrd. Aktien 1017 im Plus, 2012 im Minus und 163 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 11/32 auf 100-30/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,132 %. Die 30-jährigen Bonds legten im Kurs um 16/32 auf 114-17/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,418 %.

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