Marktbericht Wall Street
Sinkender Ölpreis treibt US-Börsen an

Die US-Aktienbörsen legten am Mittwoch nach der diplomatischen Kehrtwende im Atomstreit mit dem Iran und der Veröffentlichung des Fed-Sitzungsprotokolls eine Berg- und Talfahrt hin. Letztlich erholte sich die Wall Street aber teilweise vom starken Rückschlag des Vortages.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,67 Prozent fester bei 11 168 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 11 085 und 11 183 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg 0,81 Prozent auf 1270 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,65 Prozent auf 2178 Punkte zu.

Die US-Börsen haben von einem gesunkenen Ölpreis profitiert. Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leichtöl fiel zunächst auf gut 70 Dollar, stieg im Handelsverlauf dann aber wieder leicht. Der Schlusskurs je Barrel zur Auslieferung im Juli lag bei 71,29 Dollar, 74 Cent niedriger als am Vortag. Die USA hatten in Aussicht gestellt, nun doch direkte Gespräche mit Iran im Rahmen multilateraler Verhandlungen führen zu wollen. Der anhaltende Konflikt um das iranische Atomprogramm war Analysten zufolge bislang einer der wichtigsten Gründe für den hohen Ölpreis. „Die Äußerungen von Condoleezza Rice, was auch immer dahinter steht, werden positiv aufgenommen“, sagte Analyst David Katz von Matrix Asset Advisors. „Der Markt folgt den günstigeren Ölpreisen, die negativen Nachrichten haben ein Ende.“ Am Vortag hatten die US-Börsen mehr als eineinhalb Prozent nachgegeben.

Auf die Stimmung am Markt drückte indes die Fed mit ihrem Sitzungsprotokoll. Über das Ausmaß weiterer Zinserhöhungen und über die Frage, ob diese überhaupt nötig seien, herrsche Unsicherheit, hieß es darin. An den Märkten wurde nach Vorlage des Protokolls über eine weitere Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung Ende Juni spekuliert. „Der Markt hat gerade begonnen, an das Ende der Zinserhöhungen zu glauben. Der Gedanke, dass das doch nicht so sein könnte, hat den Aktien einen kleinen Dämpfer versetzt“, sagte Analyst Chip Hanlon von Delta Global Advisors.

Zu den Gewinnern zählten Aktien wie die des Flugzeugbauers Boeing, die zuvor unter Verkäufen gelitten hatten. Die Papiere gewannen knapp 1,4 Prozent. Auch der Kurs des Dow-Schwergewichts Caterpillar lag im Plus. Die Aktie des Baumaschinenhersteller legte um knapp 1,1 Prozent zu. Analyst Katz sagte, die Investoren hätten nun vor allem Standardwerte im Fokus. Diese würden bei einer Erholung am ehesten den Markt anführen.

Intel und AMD legen zu

Die Titel von Intel legten knapp 1,2 Prozent zu. Die Aktie hatte unter den jüngsten Marktturbulenzen besonders gelitten - nun war sie der stärkste Gewinner im Nasdaq.

Auch die Papiere des Konkurrenten AMD legten zu, und zwar um knapp 1,4 Prozent. Ein Analyst hatte erklärt, der Chiphersteller ATI Technologies könnte von AMD übernommen werden. Ein AMD-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. AMD sollte am Donnerstag Details über neue Produkte bekannt geben. Davon versprechen sich Kunden und Investoren Aufschluss, mit welcher Strategie AMD gegen Intel, den größeren Rivalen, angehen will.

Ein sattes Plus von knapp 16 Prozent verzeichnete das Papier des Energiekonzerns NRG Energy, nachdem der Versorger Mirant ein Übernahmeangebot für den Konzern vorgelegt hatte. NRG lehnt die Offerte aber ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,99 Mrd. Aktien den Besitzer. 2480 Werte legten zu, 842 gaben nach und 142 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,18 Mrd. Aktien 1988 im Plus, 1062 im Minus und 133 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 14/32 auf 99-29/32. Sie rentierten mit 5,135 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 21/32 auf 89-3/32 und hatten eine Rendite von 5,232 Prozent.

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