Marktbericht: Wall Street
US-Börsen geht die Puste aus

Erst die Wende, dann doch der Einbruch: Nach einem Auf und Ab an der Wall Street haben alle drei großen Indizes deutlich im Minus geschlossen. Schlussendlich konnten der Sanierungsplan von General Motors und eine Reihe positiver Unternehmenszahlen die Sorgen vor einer globalen Ausbreitung der Schweingrippe nicht überdecken.

HB NEW YORK. Sorgen vor einer globalen Ausbreitung der Schweingrippe haben am Montag die Wall Street belastet. Besonders die Papiere von Fluggesellschaften und Energiekonzernen gerieten unter Druck. Positiv aufgenommen wurde dagegen der neue Sanierungsplan der Opel-Mutter General Motors. Außerdem weckten eine Reihe positiver Unternehmenszahlen die Hoffnung, dass viele Firmen unter der Rezession nicht so schwer leiden wie vom Markt befürchtet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel 0,6 Prozent auf 8 025 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 7 987 und 8 122 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 schloss ein Prozent im Minus bei 857 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,9 Prozent auf 1 679 Punkte nach.

In New York fürchteten viele Händler, dass die Ausbreitung der Schweinegrippe die Erholung der Weltwirtschaft hinauszögern könnte. „Es wird den Markt belasten, solange wir nicht besser wissen, wo das alles hinführt und was die Folgen sind“, sagte ein Analyst. Die Papiere von United-Airlines-Mutter UAL gaben 14,3 Prozent nach, die von Rivale Continental stürzten sogar um 16,4 Prozent ab. „Die Schweingrippe könnte die Reiselust und die globale Wirtschaftsaktivität belasten“, sagte Anlagestratege David Bianco. So mussten auch die Papiere von Energiekonzernen, die auf Wirtschaftswachstum und steigende Nachfrage hoffen, Federn lassen. Die Aktien von Exxon Mobil verloren 0,7 Prozent, die von Rivale Chevron gaben 1,8 Prozent nach. Händler Hugh Johnson betonte hingegen, dass die Schweinegrippe nur bestimmte Branchen belaste. „Das Problem ist nicht so groß, dass es die Aussichten für die Weltwirtschaft beeinträchtigen wird.“

Dagegen sei die Frage, wie es mit dem angeschlagenen Autohersteller GM weitergehe, für den Markt von großer Bedeutung, erklärte Johnson. Den Sanierungsplan, den die Opel-Mutter am Montag vorlegte, sähen einige Händler als geeignet an, um aus den roten Zahlen zu kommen, fügte er hinzu. GM-Aktien gehörten mit einem Plus von 20,7 Prozent zu den größten Gewinnern. Auch eine Reihe von Unternehmenszahlen wurden an der Wall Street positiv aufgenommen. Dank steigender Nachfrage nach LCD-Fernsehern machte der Spezialglas-Hersteller Corning mehr Gewinn als vom Markt erwartet. Für 2009 verdoppelte der Konzern außerdem seine Prognose für LCD-TV-Verkäufe. Corning-Papiere verteuerten sich daraufhin um 3,3 Prozent.

Im Plus notierte auch die Aktie des weltgrößten Haushaltsgeräte-Herstellers Whirlpool. Die US-Bauknecht-Mutter hielt an ihrer Gewinnprognose für das Gesamtjahr fest. Die Aktie schoss um 7,2 Prozent in die Höhe. Auch die Papiere des US-Mobilfunkzulieferers Qualcomm gewannen 4,4 Prozent, obwohl der Konzern in die roten Zahlen rutschte. Der Handychip-Hersteller sieht eine weiterhin große Nachfrage nach hochwertigen Mobilfunktelefonen und erhöhte seine Umsatzprognose.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,4 Mrd. Aktien den Besitzer. 975 Werte legten zu, 2 071 gaben nach und 76 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,21 Mrd. Aktien 902 im Plus, 1 794 im Minus und 113 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 22/32 auf 98-18/32. Sie rentierten mit 2,919 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 21/32 auf 93-30/32 und hatten eine Rendite von 3,842 Prozent.

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