Marktbericht Wall Street
US-Börsen schließen schwächer

Internationale Spannungen wegen der nordkoreanischen Raketentests, Rekordölpreise von mehr als 75 Dollar je Barrel sowie neue Inflations- und Zinsängste nach stärker als erwarteten US-Wirtschaftsdaten haben die Wall Street am Mittwoch unter Druck gesetzt. Es gab Kursverluste auf breiter Front.

HB NEW YORK. Der Standardwerteindex Dow-Jones schloss in New York 0,68 Prozent schwächer bei 11 151 Punkten. Er pendelte zwischen 11 225 und 11 123 Zählern. Der S&P-500 gab 0,72 Prozent auf 1270 Zähler nach. Der Nasdaq verlor bis Handelsschluss 1,69 Prozent auf 2153 Zähler. Die US-Aktienmärkte waren am Dienstag wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen geblieben.

"Nordkorea und der makroökonomische Rückschlag halten alles in Schach", sagte Mike Viracola, Analyst von Canaccord Adams. Das kommunistische, international abgeschottete Land hatte am Morgen seine Drohungen wahr gemacht und mehrere Flugkörper getestet und damit international Kritik ausgelöst. Unter den Testobjekten war auch eine Langstreckenrakete, die nach Ansicht von Experten Ziele im US-Bundesstaat Alaska erreichen könnte. Dieser Test misslang aber offenbar. Die USA und ihre engsten Verbündeten forderten eine scharfe Reaktion, etwa das Verbot von Exporten, die zum Bau von Raketen gebraucht werden.

"Das große Thema ist Nordkorea", sagte auch Mike Driscoll, Händler für Bear Stearns. "Wenn der Aktienmarkt etwas hasst, dann ist es Unsicherheit." Nordkorea füge noch etwas mehr an Unsicherheit dazu. Dabei sei die Welt bereits wegen Iran und Irak unsicher, sagte er.

Zudem deutete ein von einer privaten Firma vorgelegter, positiver Arbeitsmarktbericht für Juni Händlern zufolge auf weiter steigende Zinsen in den USA hin. Die Fed hat die US-Leitzinsen jüngst zum 17. Mal in Folge auf nun 5,25 Prozent erhöht. Angesichts des robusten Berichts zur Schaffung neuer Jobs fürchten viele Anleger nun eine weitere Erhöhung bei der Fed-Sitzung im August. Die offiziellen Arbeitsmarktdaten der Regierung sollen am Freitag vorgelegt werden.

Intel belastet Technologie-Werte

Intel-Aktien gaben um 3,15 Prozent nach auf 18,75 Dollar. Die Bank UBS hatte zuvor ihre Gewinnprognose für Intel für das zweite Geschäftsquartal reduziert, empfiehlt die Aktie aber weiterhin zum Kauf. Die Titel des weltweit führenden Softwareunternehmens Microsoft verloren ebenfalls und zwar um 1,48 Prozent auf 23,35 Dollar. Apple-Aktien sanken um 1,64 Prozent auf 57 Dollar. Der US-Computerhersteller hatte zuvor mitgeteilt, ab sofort für Schüler, Studenten und Lehrer eine Version seines iMac-Computers für 899 Dollar anzubieten. Damit will das Unternehmen seine Geschäfte im Bildungsbereich festigen.

Auch die Aktien von Unternehmen, die sehr konjunkturabhängig sind, gaben nach. Die Titel des Baumaschinenherstellers Caterpillar verloren gut zwei Prozent auf 73,13 Dollar. Die Aktien des Flugzeugbauers Boeing verloren 1,39 Prozent auf 80,17 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,51 Mrd. Aktien den Besitzer. 911 Werte legten zu, 2449 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,60 Mrd. Aktien 962 im Plus, 2085 im Minus und 103 unverändert. An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 nach auf 99-07/32. Sie rentierten mit 5,227 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 29/32 auf 88-16/32 und hatten eine Rendite von 5,270 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%