Marktbericht Westeuropa
Anleger in Paris und London werden vorsichtiger

Nach den zuletzt deutlichen Kursgewinnen sind die europäischen Aktienmärkte am Freitag mit moderaten Verlusten aus dem Handel gegangen. Händler verwiesen darauf, dass sich zwar starke Zahlen aus der Berichtsaison bemerkbar machten, aber Marktteilnehmer insgesamt eher vorsichtig agierten.

HB PARIS/LONDON. Beherrschendes Thema sind der seit Wochen andauernde Streit um Wechselkurse sowie die globalen Ungleichgewichte zwischen den Wirtschaftsmächten. Der Eurostoxx 50 verlor 0,30 Prozent auf 2 873,74 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 1,13 Prozent. In Paris fiel der CAC-40-Index um 0,25 Prozent auf 3 868,54 Punkte und der Londoner Ftse 100 gab um 0,29 Prozent auf 5 741,37 Punkte nach.

Technologiewerte gehörten zu den Favoriten. Der entsprechende Subindex des Stoxx 600 legte um 0,76 Prozent zu. Ericsson-Titel etwa sprangen nach Zahlen um 4,17 Prozent auf 74,90 Schwedische Kronen in die Höhe. Der Netzwerkausrüster hatte im dritten Quartal beim operativen Ergebnis über den Markterwartungen gelegen und seinen Nettogewinn vervierfacht. Thomas Langer von der WestLB hob in Reaktion auf die "überzeugenden Zahlen" sein Votum von "Neutral" auf "Buy" an und nannte ein Kursziel von 87,00 Kronen. Er geht davon aus, dass der Markt bislang die starke Gewinnentwicklung der Geschäftsbereiche Networks und Global Services unterschätze.

Automobil-Titel präsentierten sich ebenfalls freundlich. Dieser Untersektor des Stoxx 600 verbuchte gar mit einem Plus von 1,11 den höchsten Tagesgewinn. Aktien von Valeo kletterten um 10,58 Prozent auf 39,70 Euro. Der Zulieferer hatte am Vorabend starke Zahlen veröffentlicht und seine Margen-Prognose angehoben, woraufhin mehrere Banken ihr Kursziel erhöhten. Zudem überraschte Europas größter Autohersteller Volkswagen am Nachmittag mit einem deutlichen Gewinn- und Umsatzplus.

Die Titel von Volvo dagegen verbilligten sich trotz gestiegener Erlöse und Gewinne um 1,93 Prozent. Der um Währungseffekte bereinigte Quartalsgewinn vor Zinsen und Steuern ergebe zwar eine Marge über den Marktschätzungen, schrieb Analyst Patrik Sjoblom von der französischen Investmentbank Cheuvreux. Rechne man diesen positiven Effekt heraus, ergebe sich aber nur noch eine erwartungsgemäße Entwicklung.

Auch der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestle legte Zahlen vor und bestätigte seinen Jahresausblick. In den ersten neun Monaten verkaufte der Konzern mehr Kaffee, Tiefkühlkost und Schokolade und konnte zudem auch Preiserhöhungen durchsetzen. Dennoch gerieten die Papiere nach einer ersten positiven Reaktion unter Druck und gaben zum Handelsschluss um 0,75 Prozent auf 52,65 Franken ab. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen.

Kräftig Kasse machten die Anleger auch bei den Papieren von Saint-Gobain , die am Ende des europäischen Leitindex Eurostoxx 50 um 2,96 Prozent auf 34,605 Euro absackten. Der französische Baustoffkonzern sieht sich nach einem deutlichen Umsatzplus im dritten Quartal auf Kurs zu seinen im Juli angehobenen Jahreszielen.

Viele Minenwerte und Konsumaktien zählten nach den Kursgewinnen der Vortage ebenfalls zu den Verlierern. So fielen die Titel von Vedanta in London um 1,91 Prozent und die von L"Oreal in Paris um 1,93 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%