Marktbericht Westeuropa
Börsen in Paris und London schwach nach US-Verlusten

Belastet von Auftaktverlusten an der Wall Street haben die wichtigsten europäischen Aktienmärkte am Mittwoch im Minus geschlossen. Sorgen um das Ausmaß möglicher geldpolitischer Lockerungen der US-Notenbank (Fed) hätten die Kurse dies- und jenseits des Atlantiks belastet, sagten Börsianer.

HB PARIS/LONDON. Die Anleger fürchteten, dass die Fed eventuell weniger Anleihen als ursprünglich gedacht kaufen und den Markt damit weniger stark als erhofft mit frischem Geld fluten könnte. Andere Händler meinten, dass sich in der laufenden US-Berichtssaison die Umsätze oftmals als nicht so krisenfest wie erwartet gezeigt hätten.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 sank um 0,94 Prozent auf 2 829,42 Punkte und weitete damit seine Vortagesverluste deutlich aus. Für den CAC-40-Index in Paris ging es am Mittwoch um 0,96 Prozent auf 3 815,77 Punkte nach unten. Der Londoner Ftse 100 fiel um 1,07 Prozent auf 5 646,02 Punkte.

Auf Unternehmensseite dominierte derweil erneut die Berichtssaison. Der Bankenindex des Stoxx 600 gehörte zu den stärksten Branchenindizes und wurde dabei von Kursgewinnen der Deutschen Bank gestützt, die mit einem Plus von 0,96 Prozent auf die vorgelegten Quartalszahlen reagierten. Weitere Bankenwerte wie die Unicredit , die Credit Suisse und Barclays gehörten europaweit zu den Favoriten und legten zwischen 0,11 und 1,78 Prozent zu.

Gegen den positiven Trend bei den Finanzwerten hingegen sackten die Papiere von Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (Bbva) als einer der schwächsten Werte im Eurostoxx 50 um 2,51 Prozent auf 9,3 920 Euro ab. Die spanische Großbank hatte in den abgelaufenen neun Monaten weniger verdient als im Vorjahr. Der Gewinn und der Zinsüberschuss lagen leicht unter den Prognosen der Experten.

Mit Blick auf die weiteren Einzelwerte sorgten auch die Aktien von Air France-KLM, Stmicroelectronics und Michelin nach Zahlen für Gesprächsstoff. Die Papiere des französischen Reifenherstellers verloren trotz besserer Zahlen 2,45 Prozent auf 57,79 Euro und waren damit der drittschwächste Wert im CAC-40. Die Anleger fürchteten, dass Michelin im kommenden Jahr steigende Rohstoffkosten möglicherweise nicht an seine Kunden weitergeben könne, begründeten Händler das Minus.

Die Anteilsscheine von Air France und Stmicroelectronics hingegen zogen deutlich an. Die Aktien gewannen 1,98 respektive 3,93 Prozent. Während die französisch-niederländische Fluggesellschaft die Gewinnprognose erhöhte, hatte der Halbeiterhersteller von einer starken Nachfrage aus Asien und Amerika profitiert.

Unter den 19 Branchenindizes des Stoxx 600 bildete das Rohstoffbarometer derweil das Schlusslicht. Die Papiere von Kazakhyms etwa büßten 5,03 Prozent ein und die von Vedanta 4,75 Prozent. Ihnen machte vor allem der wieder etwas erstarkte Dollar zu schaffen. Die Spekulationen um eine geringe als erhofft ausfallende geldpolitische Lockerung hätten den Greenback als vermeintlich sicheren Hafen gestützt und damit die Rohstoffpreise belastet, sagten Börsianer.

Schwere Mängel in einer inzwischen geschlossenen Fabrik kommen Glaxosmithkline teuer zu stehen. Der britische Pharmakonzern muss in den Vereinigten Staaten 750 Mill. Dollar zahlen (540 Mill. Euro), weil er über Jahre hinweg verunreinigte oder mit falschen Inhaltsstoffen versehene Medikamente verkauft hatte, darunter eine Salbe für Babys. Die Aktien verloren 1,62 Prozent auf 1 244,50 Pence.

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