Marktbericht Westeuropa
Europäische Börsen bremsen den Fall

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag ihre Talfahrt nach Hiobsbotschaften aus der US-Finanzbranche etwas abgebremst aber dennoch sehr schwach geschlossen. Zu den großen Verlieren zählten nach wie vor Aktien von führenden europäischen Versicherungskonzernen.

HB PARIS/LONDON. Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag ihre Talfahrt nach Hiobsbotschaften aus der US-Finanzbranche etwas abgebremst aber dennoch sehr schwach geschlossen. Zu den großen Verlieren zählten nach wie vor Aktien von führenden europäischen Versicherungskonzernen. Experten sorgen sich aktuell vor allem um die Zukunft des von der Finanzkrise schwer getroffenen US-Konzerns American International Group (AIG) . Am Morgen hatten die Rating-Agenturen Standard and Poor´s, Fitch und Moody´s die Bewertung für den Versicherer gesenkt und damit die Krise in der Finanzbranche weiter angeheizt. Am Nachmittag hatten die Quartalszahlen von Goldman Sachs die Hoffnungen der Investoren auf eine positive Überraschung mit einem Ergebnis "nur" im Rahmen der Erwartungen enttäuscht.

Für den Eurostoxx 50 ging es um 1,99 Prozent auf 3 088,43 Zähler nach unten. Der Stoxx 50 fiel um 3,43 Prozent auf 2 658,77 Punkte. Der französische CAC-40-Index rutschte um 1,96 Prozent auf 4 087,40 Zähler ab und der Londoner Ftse 100 verlor 3,43 Prozent auf 5 025,60 Punkte.

Nach wie vor sorgen die alarmierenden Nachrichten vom US-Versicherungskonzern AIG für kräftige Kursverluste bei einzelnen Papieren führender europäischer Versicherungs-Unternehmen. Beispielsweise verloren die Papiere des größten britischen Versicherer Aviva 6,03 Prozent auf 460,00 Pence und bauten damit ihre Verluste im Laufe des Tages aus.

Fortis fielen nach Spekulationen um angeblich kursierende Informationen, nach denen eine Kapitalerhöhung unmittelbar bevor stehe, um 11,50 Prozent auf 7,39 Euro. Der Versicherungskonzern dementierte entsprechende Gerüchte jedoch kategorisch.

Die Aktien des britischen Personalvermittlers Michael Page brachen nach der gescheiterten Übernahme durch den Schweizer Konkurrenten Adecco um 22,30 Prozent auf 251,25 Pence ein. Adecco will nach eigenen Angaben derzeit keine Offerte für den britischen Mitbewerber abgeben. Man wolle finanziell diszipliniert bleiben, begründet Adecco die Entscheidung.

Marktspekulationen sorgten für Kursgewinne bei den Aktien der führenden europäischen Zementherstelle Holcim und Lafarge . Am Vormittag hieß es unter Händlern, dass beide Konkurrenten sich zusammenschließen könnten. An der Börse in Zürich gewannen die Papiere von Holcim zuletzt 3,20 Prozent auf 87,00 Schweizer Franken. In Paris legten die Papiere des Konkurrenten Lafarge um 1,02 Prozent auf 81,43 Euro zu und konnten damit wie Papiere des Wettbewerbers ihre deutlicheren Kursgewinne vom Vormittag nicht halten. Beide Konzerne wollten die Spekulationen auf Anfrage nicht kommentieren.

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