Marktbericht Westeuropa
Europäischer Bankensektor erneut unter Druck

Belastet von erneut schwachen Bankentiteln haben die europäischen Indizes am Mittwoch schwächer geschlossen. Nach erneut von Schwankungen gekennzeichnetem Handel verlor der Eurostoxx 50 letztlich 0,79 Prozent auf 2 752,71 Punkte.

HB PARIS/LONDON. Zum Auftakt testete der europäische Leitindex seinen Widerstand bei 2 800 Punkten, bevor er im Tief bis auf 2 742 Punkte abrutschte. In Paris gab der CAC 40 um 0,67 Prozent auf 3 737,12 Punkte nach. Der Londoner Ftse 100 büßte dagegen geringere 0,16 Prozent ein auf 5 569,27 Punkte.

Marktteilnehmer sprachen von einer anhaltenden Verschnaufpause nach dem bisher starken Monatsverlauf. Der Eurostoxx liegt seit Monatsbeginn mit knapp fünf Prozent im Plus. Besonders im Bankensektor zeigt sich jedoch auch die wieder gestiegene Unsicherheit der Anleger. Nach Spekulationen über Ratingabstufungen für Spanien und Irland am Vortag belasteten laut Händlern jetzt negative Kommentare während einer Bankenkonferenz von Merrill Lynch sowie Molltöne zum Sektor von Star-Analystin Meredith Whitney. Obendrein kursierten noch Spekulationen, die chinesische Notenbank könne die Reserveanforderungen am Wochenende anheben.

So war der Bankensektor Schlusslicht der Branchenübersicht des marktbreiten Stoxx 600. Mit einem Abschlag von 1,56 Prozent sank der Branchenindex unter den Durchschnittskurs der vergangenen 200 Tage. Größter Verlierer der Blue Chips waren Societe Generale mit minus 3,40 Prozent auf 43,230 Euro. Börsianern zufolge hielten sich Spekulationen über eine Kapitalerhöhung der französischen Großbank, nachdem sich Chef Frederic Oudea zwar optimistisch hinsichtlich der Einhaltung der Basel-III-Regeln aus eigener Kraft geäußert, die Suche nach frischem Kapital allerdings nicht explizit ausgeschlossen habe. Hinter dem Eurostoxx-Schlusslicht folgten Aktien der im Zeichen der laufenden Kapitalmaßnahme stehenden Deutschen Bank sowie der BNP Paribas mit ebenfalls sehr schwachen Kursen.

Aktien der Banco Popolare rutschten in Mailand um 3,82 Prozent auf 4,4 700 Euro ab. Laut Medien plant auch dieses Institut eine Kapitalerhöhung um zwei Mrd. Euro, was aber vom Unternehmen dementiert wurde.

Deutliche Verluste musste auch der Einzelhandelssektor hinnehmen - vor allem wegen durchwachsener Zahlen von Hennes & Mauritz (H & M) , die um 6,45 Prozent auf 242,30 Kronen abrutschten. Während der Umsatz der schwedischen Modekette im dritten Geschäftsquartal stärker als erwartet stieg, verfehlte die Gewinnentwicklung vor Steuern die Analystenschätzungen. Der spanische Konkurrent Inditex , dem unter anderem die Marke Zara gehört, hatte hingegen in der Vorwoche die Markterwartungen übertreffen können. Aktuell tendierten die Papiere aber ebenfalls leichter.

Ein Großauftrag für den Airbus-Konkurrenten Boeing ließ die Titel von EADS um 1,55 Prozent auf 18,745 Euro sinken. Die US-Marine hat für ihre Flugzeugträger insgesamt 124 neue Kampfjets geordert. Der Wert des Auftrags liegt laut Boeing bei 5,3 Mrd. Dollar (3,9 Mrd Euro). Händler werteten die Nachricht negativ für die Airbus-Mutter EADS.

Dass PSA Peugeot Citroen im laufenden Jahr mehr als 350 000 Fahrzeuge in China absetzen will und die Zusammenarbeit mit seinem japanischen Partner Mitsubishi Corp Motors ausbaut, bescherte den Aktien ebenfalls nur anfangs ein Plus. Letztlich ging es für die Titel des französischen Autoherstellers mit dem schwächelnden Markt um 1,60 Prozent auf 24,615 Euro bergab.

In London büßten Vedanta-Papiere 4,25 Prozent auf 2 166 Pence ein. Der Bergbaukonzern musste nach einem Gerichtsurteil eine Kupferhütte in Südindien schließen. Pirelli-Papiere gehörten indes mit plus 0,85 Prozent auf 5,92 Euro zu den wenigen Gewinnern. Der italienische Reifenhersteller hatte am Dienstagabend Preisanhebungen von sieben Prozent für seine Produkte in den USA angekündigt.

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