Marktbericht Westeuropa: Kursverluste bei Banken belasten Europas Börsen

Marktbericht Westeuropa
Kursverluste bei Banken belasten Europas Börsen

Belastet von deutlichen Verlusten bei Finanzwerten haben die europäischen Börsen am Dienstag schwach geschlossen. "Die Aktienmärkte preisen eine stärkere Konjunkturabschwächung in Europa ein, als dies noch zum Ende des Vorjahres erwartet worden war, und die Aktien werden abverkauft", sagte Peter Dixon, Volkswirt bei der Commerzbank in London.

dpa-afx PARIS/LONDON. Belastet von deutlichen Verlusten bei Finanzwerten haben die europäischen Börsen am Dienstag schwach geschlossen. "Die Aktienmärkte preisen eine stärkere Konjunkturabschwächung in Europa ein, als dies noch zum Ende des Vorjahres erwartet worden war, und die Aktien werden abverkauft", sagte Peter Dixon, Volkswirt bei der Commerzbank in London. "Anleger realisieren damit die generell schlechten Daten aus Europa in den vergangenen Wochen."

Der Eurostoxx 50 schloss den fünften Tag in Folge mit klaren Kursverlusten und ging 1,66 Prozent tiefer bei 2 411,28 Punkten aus dem Handel. Der Londoner Ftse 100 fiel um 0,61 Prozent auf 4 399,15 Zähler. Der Pariser CAC-40-Index sank um 1,49 Prozent auf 3 197,89 Punkte.

Auto- und Finanzwerte standen am Eurostoxx-Ende, wobei die Stammaktien von Volkswagen (VW) mit minus 7,69 Prozent auf 240,00 Euro die rote Laterne hoch hielten. Händlern zufolge gab es keine kursrelevanten Nachrichten, die für das Minus verantwortlich seien. Renault sackten in Paris um 5,31 Prozent auf 19,36 Euro ab. Im Finanzsektor zählten ING Groep mit minus 5,65 Prozent auf 8,095 Euro zu den größten Verlierern, Aegon fielen um 5,44 Prozent auf 4,898 Euro. Händler verwiesen auf die klaren Verluste bei Citigroup-Papieren , die am Vorabend wegen neuer Spekulationen um milliardenschwere operative Verluste im vierten Quartal um 17 Prozent eingebrochen waren und im frühen New Yorker Geschäft weitere Kursverluste hinnehmen mussten. In London verloren Barclays am "Footsie"-Ende 10,13 Prozent auf 164,85 Pence und die Papiere von Friends Provident fielen um 8,88 Prozent auf 77 Pence.

Fortis sprangen dagegen wie schon am Vortag mit einem prozentual zweistelligen Gewinn an die Eurostoxx-Spitze und verteuerten sich um 14,93 Prozent auf 1,493 Euro. Händler verwiesen auf Gerüchte, wonach der belgische Staat bei dem angeschlagenen Institut einsteigen könnte und dafür 2,50 bis 3,00 Euro je Aktie bezahlen würde. Die Regierung in Brüssel wollte dies nicht kommentieren. Zuvor hatten Fortis-Titel von Spekulationen profitiert, wonach die französische Großbank BNP Paribas ihr Angebot für Teile der angeschlagenen belgischen Bank nachbessern könnte.

Außerhalb der Finanzbranche rückten Tesco gegen den negativen Trend in London um 0,37 Prozent auf 350,60 Pence vor. Zwar ist das Weihnachtsgeschäft in Großbritannien für die Supermarktkette so schlecht verlaufen wie seit den 1990er Jahren nicht mehr. Dank eines starken internationalen Geschäfts konnte Tesco seinen Konzernumsatz aber um 11,6 Prozent steigern. Auch sei der Marktanteil bei einer Reihe von Produkten außerhalb des Lebensmittelsortiments gestiegen, berichtete das Unternehmen.

Rohstoffwerte drehten nach Verlusten im frühen Geschäft ins Plus. Sie profitierten laut Händlern von einer Stabilisierung der Metallpreise und vor allem beim Öl. Randgold Resources kletterten an der "Footsie"-Spitze um 6,37 Prozent auf 2 670 Pence nach oben. Im Eurostoxx50 legten Iberdrola-Titel 0,65 Prozent auf 6,21 Euro zu. Der spanische Versorger hat mit der Ausgaben von Anleihen mit einer Laufzeit von drei und sieben Jahren seine Liquiditätsbasis gestärkt. Auch GDF Suez emittierten einen Bond. Die Aktie legte 0,03 Prozent zu.

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