Marktbericht Wien: ATX zum fünften Mal in Folge im Minus

Marktbericht Wien
ATX zum fünften Mal in Folge im Minus

Nachdem die Wiener Börse sich zum Handelsstart noch gegen die schwache Tendenz der europäischen Märkte wehrte, rutschte auch sie letztlich wieder in die Verlustzone. Aufwind spürten die heimischen Versorgerwerte.
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WienDie Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei gesunkenem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 9,61 Punkte oder 0,35 Prozent auf 2.703,71 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 39 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.743 Punkten.

Lange hatte sich der ATX gegen die schwache Tendenz an den europäischen Aktienmärkten gestemmt, schlussendlich rutschte aber auch der heimische Leitindex in die Verlustzone und schloss damit den fünften Tag in Folge mit Abgaben. Nach den panikartigen Verkäufen am Vortag - Händler sprachen schon von einem "schwarzen Dienstag" - holten die Börsen zum Handelsstart nur kurz Luft, um dann wieder unter die Nulllinie abzutauchen.

An Belastungsfaktoren mangelt es laut Marktteilnehmern aktuell nicht. So hat sich die politische Situation im Nahen Osten durch die Verschärfung der Lage in Bahrain weiter zugespitzt. Dazu komme die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Japan sowie die Abstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die Ratingagentur Moody"s.

Vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan profitierten die heimischen Versorgerwerte von EVN (plus 4,31 Prozent auf 11,99 Euro) und Verbund (plus 2,05 Prozent auf 29,19 Euro bei sehr hohem Volumen). Unterstützend wirkte dabei die Diskussion um die Zukunft atomarer Energie sowie die Abschaltung von sieben deutschen Kernkraftwerken, welche zu einer Angebotsverknappung am europäischen Strommarkt beitragen würden.

Auch Analystenstimmen zu den Energiekonzernen sorgten für Aufwind. Zu den beiden Aktien meldeten sich zur Wochenmitte Wertpapierexperten von Erste Group, Unicredit sowie der Societe Generale positiv zu Wort und erhöhten ihre Kursziele oder Anlageempfehlungen. An den deutlichen Vortagesgewinnen beim Verbund dürfte auch die EVN mitnaschen, die 13 Prozent am Versorger hält, kommentierten Analysten.

Voestalpine-Aktien konnten nahezu ihre kräftigen Vortagesverluste ausgleichen und schlossen um 3,67 Prozent fester bei 30,35 Euro. Händlern zufolge boten die jüngsten Kursrückgänge eine gute Einstiegsgelegenheit bei den Stahltiteln. Zudem sorgte ein positiver Analystenkommentar der Citigroup für Aufwind. Sie stuften die Papiere von "hold" auf "buy" hoch.

Kräftig nach unten zogen die Bankenwerte von Erste Group, die am Ende der Kurstafel ein Minus von 4,07 Prozent auf 33,67 Euro erlitten. Auch Raiffeisen Bank zählten mit einem Abschlag von 1,22 Prozent auf 38,16 Euro zu den schwächeren Titeln im prime market. Telekom Austria verloren 0,74 Prozent auf 10,03 Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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