Marktbericht: Zinssorgen belasten Tokioter Börse

Marktbericht
Zinssorgen belasten Tokioter Börse

Die Aktienbörse in Tokio hat in schwacher Verfassung geschlossen. Ausländische Investoren kehrten laut Händlern dem Markt den Rücken, da ein baldiges Ende der äußerst lockeren Geldpolitik der japanischen Zentralbank erwartet wird.

HB TOKIO. Bergbau-Unternehmen hingegen profitierten von steigenden Metallpreisen. Dollar und Euro verzeichneten nur geringe Kursschwankungen, während der Ölpreis auf knapp unter 63 Dollar stieg.

„Wenn der Inflationsdruck in den USA weiter steigt, wird es für die Fed nicht einfach sein, die Anhebungen des Leitzinses in nächster Zeit zu stoppen“, sagte Analyst Kim Joong-Hyun von Goodmorning Shinhan Securities. „Das wäre definitiv eine schlechte Nachricht für die US-Märkte und für alle Weltmärkte“.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,11 Prozent im Minus bei 16.258 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 1,31 Prozent auf 1660 Zähler nach. Auch die Aktienmärkte Taiwan und Hongkong tendierten im Minus. Der Aktienmarkt in Südkorea sowie die Börse in Singapur hingegen verzeichneten Gewinne.

„Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer liegt auf den US-Leitzinsen und darauf, was der neue Notenbankchef Ben Bernanke mit ihnen tun wird“, sagte Fumihiko Kawano von Nomura Securities. „Solange es jedoch keine große Überraschung beim Handelsbericht gibt, wird das nicht für große Turbulenzen sorgen“, fügte er hinzu.

Die US-Börsen hatten am Vorabend uneinheitlich geschlossen. Die Standardwerte konnten den zweiten Tag in Folge Gewinne verbuchen. Kursverluste im Energiesektor belasteten den Markt, der durch gute Unternehmenszahlen jedoch gestützt wurde. Technologiewerte litten unter der Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Handel 0,23 Prozent im Plus bei 10.883 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor dagegen 0,15 Prozent auf 1263 Zähler. Auch die Technologiebörse Nasdaq gab anfängliche Kursgewinne wieder ab und schloss knapp 0,5 Prozent im Minus bei 2255 Punkten.

In Tokio gerieten am Freitag insbesondere Immobilienwerte unter Druck. Die Papiere von Mitsubishi Estate gaben um rund vier Prozent nach. Auch die Aktien des Finanzkonzerns Nomura mussten Abschläge um 2,7 Prozent hinnehmen. Auch Speditionsunternehmen waren nach heruntergeschraubten Ergebniserwartungen bei Anlegern wenig gefragt. Die Papiere des Marktführers Nippon Yusen verloren rund 2,5 Prozent an Wert, die seines größten Konkurrenten Mitsui O.S.K. Lines um mehr als sechs Prozent.

Der größte Bergbau-Konzern der Welt, BHP Billiton verzeichnete Kursgewinne von rund einem Drittel Prozent. „Die stabilen Metallpreise haben das Vertrauen in den Minensektor wiederbelebt und der Markt geht davon aus, dass die Preise das ganze Jahr hindurch stark bleiben“, sagte Lucinda Chan von Macquarie Equities. Der Goldpreis lag bei rund 563,90 Dollar pro Unze.

Der Euro bewegte sich in engen Spannen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte mit 1,1984 Dollar in etwa auf dem am Vorabend in New York erreichten Niveau. Die US-Währung wurde mit 117,90 Yen etwas unter dem im späten Handel an der Wall Street erreichten Kurs gehandelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%