Marktbericht Zürich
Finanzwerte bescheren Schweizer Börse Verluste

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Woche mit deutlichen Verlusten beendet. Der Markt war am Freitagmorgen mit moderaten Abschlägen in den Handel gestartet, verlor dann allerdings bis am Mittag zeitweise mehr als zwei Prozent. Am Nachmittag löste sich der Index dann etwas von den Tagestiefstständen.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat die Woche mit deutlichen Verlusten beendet. Der Markt war am Freitagmorgen mit moderaten Abschlägen in den Handel gestartet, verlor dann allerdings bis am Mittag zeitweise mehr als zwei Prozent. Am Nachmittag löste sich der Index dann etwas von den Tagestiefstständen.

Die US-Börsen starteten mit Verlusten und vermochte dem hiesigen Markt somit keine positiven Impulse verleihen. Überschattet wurde der heutige Tag von den schwachen Zahlen des US-Versicherers AIG vom Vorabend. Neue Befürchtungen über eine doch noch länger anhaltende Finanzkrise keimten auf. Zusätzlich sei der Markt von erneuten Höchstständen beim Ölpreis belastet worden, sagte ein Händler.

Der Blue Chip Index SMI verlor 102,18 Punkte oder 1,35 Prozent auf 7 483,97 Zähler. Der 30 Unternehmen umfassende, gekappte SLI gab 1,31 Prozent auf 1 161,97 Punkte nach und der breite SPI sank um 1,29 Prozent auf 6 290,45 Einheiten.

Am unteren Ende der Tabelle zeigten sich im SMI zum Handelsschluss die Versicherungswerte. Swiss Re verloren 2,5 Prozent auf 82,50 Franken, ZFS 1,8 Prozent auf 312 Franken, Baloise 1,3 Prozent auf 114,10 Franken. Swiss Life notierten etwas besser als der Durchschnitt, standen aber ebenso im Minus mit 0,8 Prozent auf 310,25 Franken. Der Lebensversicherer hatte heute sein Aktienrückkaufprogramm über 2,5 Mrd. Franken gestartet. Clariant (-4,2 Prozent auf 11,49 Franken) markierten auch am Ende des Tages das Schlusslicht im SMI .

Mit Verlusten von zwei Prozent oder mehr schlossen auch die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont (-2,3 Prozent auf 64,95 Franken) und Swatch (-2,0 Prozent auf 281,25 Franken).

Im Zuge des negativen Branchesentiments bei den Versicherern verzeichneten auch die Bankenaktien Verluste. Credit Suisse gaben 1,1 Prozent auf 56,40 Franken nach und UBS verloren rund 0,9 Prozent auf 32,52 Franken. Die hohe Volatilität in UBS im frühen und späten Geschäft führten Marktteilnehmer auf den letzten Tag im Anrechtehandel (Stock Dividende) zurück. Julius Bär (-1,5 Prozent auf 80,60 Franken) standen nach den Zahlen für die ersten vier Monaten ebenfalls unter Druck.

Roche (-1,1 Prozent auf 167 Franken) verbilligten sich unterdurchschnittlich. Der Pharmakonzern hatte eine weitere Phase-III-Studie zum Medikament Actemra mit positiven Ergebnissen abgeschlossen und veröffentlicht. Novartis (-1,7 Prozent auf 53,10 Franken) verloren überdurchschnittlich.

Im SMI /SLI vermochten lediglich Petroplus (-5,5 Prozent auf 56,70 Franken) die Verluste von Clariant noch zu übertreffen. Mehrere Analysten hatten ihr Kursziel im Anschluß an die Quartalszahlen gesenkt.

Mit Aufschlägen verabschiedeten sich am Freitag im SMI /SLI lediglich die Valoren von Nobel Biocare (+1,5 Prozent auf 39,52 Franken) und OC Oerlikon (+0,5 Prozent auf 390 Franken).

In der zweiten Reihe standen Schweizerhall (+6,8 Prozent) im Fokus der Investoren. Das Pharmaunternehmen hatte am Donnerstagabend bekannt gegeben, dass das dezentrale Zulassungsverfahren für das von der Tochter Cimex entwickelte Clopidogrel in Deutschland erfolgreich abgeschlossen wurde.

Gurit notierten mit 0,8 Prozent im Minus. Der Hersteller von Hochleistungsverbundwerkst offen gab bekannt, dass er sich vom verbleibende Wintersport-Geschäft in der Schweiz trennen werde. Der Markt erreiche die Wachstumsdynamik der übrigen Zielmärkte nicht, begründete Gurit den Schritt.

Rieter avancierten 1,2 Prozent. Am Vortag hatte Forbo (-0,6 Prozent) mitgeteilt, sich am Unternehmen zu beteiligen. Es handle sich dabei um eine "industrielle Beteiligung", so Forbo./ar

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