Marktbericht Zürich
Großreinemachen um UBS beflügelt

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag von den kräftigen Aufschlägen bei Banken-Titeln profitiert und mit hohen Kursaufschlägen geschlossen. Als weitere Stütze erwies sich der nationale Einkaufsmanagerindex (ISM) für das verarbeitende Gewerbe aus den USA.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag von den kräftigen Aufschlägen bei Banken-Titeln profitiert und mit hohen Kursaufschlägen geschlossen. Als weitere Stütze erwies sich der nationale Einkaufsmanagerindex (ISM) für das verarbeitende Gewerbe aus den USA. Der ISM ist im März auf 48,6 Punkte nach 48,3 im Vormonat gestiegen und sorgte für Käufe an der Wall Street. Ökonomen hatten zuvor mit einem Rückgang auf 47,3 Punkte gerechnet. Dabei habe insbesondere die ausländische Nachfrage weiterhin die Industrie gestützt und stelle sozusagen eine Versicherung gegen eine Rezession dar, meinten Marktbeobachter.

UBS waren Tagesgespräch. Nach dem Motto "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" seien die UBS-Titel trotz schlechter Nachrichten gesucht gewesen, hieß es im Handel. Teilweise habe es sich dabei auch um Eindeckungen von Short-Positionen gehandelt. Die UBS-Aktien haben sich an die Spitze der Gewinnerliste der SMI-Titel gesetzt und damit die Finanzwerte und andere Blue-Chips mitgezogen.

Der SMI schloss um 269,99 Punkte oder 3,7% höher auf 7 494,30 Punkten. Allein die Finanzwerte sind für rund einen Viertel der Indexavancen verantwortlich. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index legt 4,1% auf 1 149,83 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI ) 3,4% auf 6 165,70 Punkte zu.

Die UBS -Aktien avancierten nach dem Grossreinemachen um 12,3% auf 32,40 Franken und schlossen damit knapp unter Tageshoch. Die Bank hat weitere Abschreibungen auf Positionen im US-Immobilienmarkt von ungefähr 19 Mrd. Dollar sowie eine Kapitalerhöhung im Umfang von 15 Mrd. Franken angekündigt. Die Massnahmen verschaffen der Bank nach Ansicht der Analysten wieder viel Spielraum, bringen aber auch eine massive Verwässerung für die Aktionäre.

Im Gefolge profitierten auch weitere Finanzwerte von den News um die UBS: CS stiegen um 7,9% auf 54,55 Franken, Swiss Re um 7,1% auf 92,90 Franken, ZFS um 5,4% auf 329,50 Franken und Julius Bär um 5,3% auf 77,10 Franken.

Unter den übrigen Avancen im SMI und SLI fielen unter anderem Clariant auf, die um 4,0% auf 8,81 Franken zulegten; Ciba rückten um 4,4% auf 37,80 Franken vor. Im Markt wurden die Avancen der beiden Chemie-Titel auf Gerüchte zurückgeführt, wonach mehrere amerikanische Chemiekonzerne in Europa nach Übernahmezielen suchen würden. Daneben konnten im SLI auch Logitech um 5,9% auf 26,62 Franken avancieren.

Zu den wenigen Verlierern im SMI/SLI zählten Syngenta , die um 1,0% auf 288,00 Franken nachgaben. Die Abgaben wurden im Handel auf einen Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums Usda zurückgeführt. Dem Bericht sei zu entnehmen, dass eine Umfrage bei US-Landwirtschaftsbetrieben auf eine Verlagerung von Mais-Anbau hin zu Soja-Anbau hindeute. Trotz einer dennoch grösseren Mais-Anbaufläche soll der Anteil der für Syngenta wichtigen Maisanbauflächen aber abnehmen.

Am Ende der SMI-Liste figurierten weiter, wie in solchen Situationen üblich, die defensiven Werte. So legten Swisscom nur um 0,6% auf 342,25 Franken zu. Novartis zogen um 2,1% auf 51,95 Franken an und Roche um 2,3% auf 191,10 Franken an. Roche hat positive Sicherheitsdaten aus einer Phase-II-Studie vorgestellt./r

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