Marktbericht Zürich
Schweizer Aktienmarkt gegen den Trend

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag im Gegensatz zu praktisch allen europäischen Märkten Verluste verzeichnet. Nachdem am Vortag die Schweizer Börse geschlossen war, sind damit die gestrigen Verluste in Europa auch hierzulande nachgeholt worden.

HB ZÜRICH. Nach einem zunächst freundlichen Handelsstart war der SMI am Vormittag ins Minus gerutscht und hatte die Verluste im späten Handel nochmals deutlich ausgebaut.

Die Unsicherheit bezüglich der US-amerikanischen Hypothekenkrise sei nach wie vor das dominierende Thema am Markt, sagte ein Händler. Er bezeichnete die Stimmung als insgesamt eher nervös, zudem sei die Volatilität aufgrund der ferienbedingt kleinen Teilnehmerzahl höher als im Normalfall.

Bei Börsenschluss um 17.30 Uhr notierte der SMI 1,23 Prozent oder 109,36 Punkte tiefer auf 8 775,68 Stellen. Der 30 Titel umfassende SLI verlor 1,29 Prozent auf 1 349,38 Punkte, der breite Markt (SPI ) ging 81,42 Punkte oder 1,12 Prozent auf 7 190,24 Zähler zurück.

Von den Bluechips standen nach den Präsentationen von Halbjahreszahlen Clariant und Credit Suisse im Fokus. Der Chemiekonzern Clariant (Aktie -5,8 Prozent auf 17,80 Schweizer Franken) enttäuschte die Anleger mit sinkenden Margen, besser als erwartet ausgefallene Umsätze vermochten dies nicht auszugleichen. Marktteilnehmer machten aber auch Aussagen von CEO Jan Secher für die Abgaben verantwortlich, wonach Clariant unabhängig bleiben will. Dies habe die Übernahmefantasien schwinden lassen, hieß es.

Die Aktien der CS (+0,7 Prozent auf 80,60 Franken) standen den ganzen Tag über in der Gunst der Anleger, konnten ihre Spitzenposition zum Schluss aber nicht verteidigen. Insbesondere im Investment Banking hatte die Großbank klar über Erwartungen abgeschnitten, positiv wurden zudem die Pläne zum beschleunigten Aktienrückkauf aufgenommen.

Bedeutend schlechter schlossen die Aktien der CS-Konkurrentin UBS , die mit Abgaben von 1,5 Prozent auf 66,60 Franken den Gesamtmarkt deutlich bremsten. Die Titel litten laut Händlern unter Umschichtungen in Valoren der CS und der Deutschen Bank. Auch andere Finanzwerte wie Julius Bär (-4,4 Prozent auf 81,40 Franken) oder die Versicherer Swiss Re (-2,1 Prozent auf 101,80 Franken), Baloise (-2,1 Prozent auf 111,20 Franken) und ZFS (-2,5 Prozent auf 345,30 Franken) wurden verkauft. Die ZFS hatte am Morgen den Schaden aus den Unwettern in Großbritannien auf maximal 400 Mill. Dollar beziffert.

Massiv leichter gingen auch Nobel Biocare (-4,8 Prozent auf 347,50 Franken) nach Kurszielsenkungen durch JP Morgan und Merill Lynch aus dem Tag. Zu den schwächsten Werten zählten ferner ABB (-3,4 Prozent auf 28,60 Franken). Givaudan notierten am Tag vor Publikation von Halbjahreszahlen 0,6 Prozent tiefer auf 1 127 Franken.

Käufer wurden dagegen in Synthes gesehen, die mit plus 1,7 Prozent auf 143,60 Franken den Spitzenplatz im SMI einnahmen. In der Gewinnzone schlossen Swisscom (+0,7 Prozent auf 414,50 Franken).

Ein noch stärkeres Absinken des SMI verhinderten am Berichtstag die Pharmaschwergewichte Novartis (Aktie -0,8 Prozent auf 64,80 Franken) und Roche (GS -0,7 Prozent auf 213,20 Franken), sowie der Nahrungsmittelwert Nestle (-1,0 Prozent auf 460,30 Franken), die zum Schluss allesamt über Marktniveau notierten.

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