Marktberichte
Asien-Börsen einheitlich in der Gewinnzone

Perfekte Zutaten für einen guten Börsentag: Ein dickes Plus hatten gestern der Dax als auch der Dow verbucht, dazu kamen gute Konjunkturdaten und für die Exporteure ein schwacher Yen. Kein Wunder also dass In Tokio und Shanghai am Donnerstag Kauflaune aufkommt.
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HB TOKIO/PEKING/HONGKONG. Im Aufwind der Wall Street haben die Asien-Börsen am Donnerstag deutliche Gewinne verzeichnet. Als Gründe nannten Händler gute Konjunkturdaten aus den USA und China, den schwächeren Yen sowie Spekulationen über massive Schritte zur Bekämpfung der Schuldenkrise in der Euro-Zone. So sind die USA Kreisen zufolge bereit, eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms über eine höhere Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu unterstützen.

Auch machten sich Hoffnungen breit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den angeschlagenen südeuropäischen Ländern verstärkt mit gezielten Käufen am Staatsanleihenmarkt hilft. In Tokio mussten gegen den positiven Markttrend Toyota-Aktien Federn lassen, nachdem der Autobauer mit seinem US-Absatz im November enttäuschte.

Am japanischen Aktienmarkt schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,8 Prozent im Plus bei 10.168 Zählern. Zeitweise erreichte das Börsenbarometer ein Fünf-Monats-Hoch. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,3 Prozent auf 877 Punkte. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan, Korea Hongkong und Shanghai notierten fester. Mit einem Plus von knapp zwei Prozent ging es am australischen Aktienmarkt besonders deutlich nach oben.

Nach den jüngsten Konjunkturdaten seien die Erwartungen an die US-Wirtschaft groß, sagte Hiroaki Kuramochi von Tokai Tokyo Securities. Deshalb hätten sich ausländische Investoren in Tokio zurückgemeldet, sie seien die treibende Kraft hinter dem Plus.

Standardwerte führten den Markt an, vor allem Exporttitel waren gefragt. So legten die Aktien des Baumaschinenproduzenten Komatsu 4,6 Prozent zu. Die Titel des Kameraherstellers Canon verteuerten sich um 2,5 Prozent, die des Elektronikkonzerns Kyocera gewannen 2,9 Prozent. Honda-Papiere kletterten 1,8 Prozent.

Die Papiere des rivalisierenden Autobauers Toyota dagegen notierten nach 0,6 Prozent schwächer. Anleger werteten die November-Verkaufszahlen des Unternehmens in den USA als äußerst schlecht. Sowohl US-Hersteller als auch deutsche Autokonzerne legten dagegen auf dem wichtigen US-Markt im zweistelligen Prozentbereich zu.

In Australien profitierten vor allem Bergbaukonzerne wie BHP Billiton und Rio Tinto von der Hoffnung auf Entspannung in der Euro-Schuldenkrise und eine Verbesserung der Wirtschaftslage. Beide Unternehmen notierten jeweils mehr als zwei Prozent höher. Die australischeHochtief-Tochter Leighton gewann 3,4 Prozent, nachdem in Indien ein 5,3 Milliarden Dollar schwerer Kohlbergwerksvertrag unter Dach und Fach gebracht wurde. Leighton ist die Ertragsperle des größten deutschen Baukonzerns, der sich gegen eine Übernahme durch den spanischen Rivalen ACS wehrt.

Der Euro behauptete weitgehend seine jüngsten Gewinne zum Dollar. Vor der EZB-Ratssitzung wurde die europäische Gemeinschaftswährung in Fernost mit 1,3118 Dollar bewertet, nach 1,3138 Dollar am Mittwoch in den USA. Investoren hoffen nach Worten von Analysten auf eine Ausweitung der EZB-Ankäufe von Staatsanleihen, um durch die Schuldenkrise gefährdete Länder zu stützen.

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