Marktschlussbericht Börse Frankfurt
Dax-Anleger sind verunsichert

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben den Dax zwischen leichten Gewinnen und Verlusten pendeln lassen. Mit minus 0,13 Prozent auf 5 635 Zähler ging der Leitindex aus dem Handel, nachdem ihn enttäuschende US-Konjunkturdaten kurzzeitig sogar wieder unter die Marke von 5 600 Punkten gedrückt hatten. Im Fokus standen Bayer und Daimler.

HB FRANKFURT. "Die plötzlichen Kursverluste am späten Montagnachmittag haben auch am Dienstag nachgewirkt", sagte Marktanalyst Mark Rohles von IG Markets. In der zweiten Handelshälfte habe vor allem das nach unten revidierte US-Verbrauchervertrauen zeitweise für eine Abwärtsbewegung gesorgt. Der MDax sank um 1,86 Prozent auf 7 003,41 Punkte und der TecDax gab um 1,37 Prozent auf 744,71 Zähler nach. Aktienhändler sprachen von einem nervösen Handel. „Keiner weiß, ob das jetzt die lang erwartete Konsolidierung oder nur ein Zwischentief ist“, fasste ein Marktteilnehmer die Stimmung zusammen.

Mit Blick auf die wichtigsten Unternehmen am Aktienmarkt zogen vor allem Bayer und Daimler mit ihren Geschäftsberichten die Aufmerksamkeit auf sich. Die Bayer-Aktien profitierten vor allem von dem bestätigten Gesamtjahresausblick des Pharma- und Chemiekonzerns und gewannen 1,17 Prozent auf 48,38 Euro. Einmaleffekte wie Sonderaufwendungen für die Restrukturierungsprogramme, für Rechtsfälle und den Pensionssicherungsverein hatten dagegen die Quartalsbilanz belastet, so dass Umsatz und Gewinn hinter den Markterwartungen zurückgeblieben waren.

Die Daimler-Titel sanken hingegen um 2,14 Prozent auf 35,065 Euro. Erhoffte positive Überraschungen zur Vorlage der endgültigen Quartalszahlen waren ausgeblieben, denn nach dem starken dritten Jahresviertel rechnet Daimler nun im vierten mit einer Abkühlung.

Bankenwerte befanden sich erneut unter den Verlierern. Vor allem die Commerzbank-Papiere zeigten sich mit einem Abschlag von 5,62 Prozent auf 7,390 Euro sehr schwach. Sorgen über die Ergebnisentwicklung der teilverstaatlichten Bank wurden in den Handelsräumen als Ursache genannt. Die Commerzbank wird am 5. November über ihr abgelaufenes Quartal berichten. Analysten zufolge hat zudem die von der EU angeordnete Zerschlagung der niederländischen Bank ING einen schlechten Präzedenzfall für andere Banken geschaffen, die Staatshilfen zurückzuzahlen haben.

Zu den Spitzenwerten im Dax zählten an diesem Tag hingegen die Aktien der Deutschen Börse mit plus 2,05 Prozent auf 59,67 Euro. Sie profitierten davon, dass die Analysten von Goldman Sachs eine Erholung bei den an der Terminbörsensparte Eurex gehandelten Anleihe-Kontrakten erwarten, allen voran bei den Bund-Futures. Sie bestätigten die Aktie daher mit "Buy" mit einem Kursziel von 73,00 Euro und betonten, dass die Deutsche Börse nun die einzige Aktie im Börsensektor mit einem "Buy"-Urteil sei.

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