Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax beschleunigt: Sieben Prozent plus auf Wochensicht

Selbst schwach ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten haben den Dax zum Wochenschluss nicht bremsen können. Der deutsche Leitindex schließt nach starkem Anstieg am Nachmittag drei Prozent fester bei 4 644 Punkten. Die größten Ausschläge gab es zwar bei Infineon-Aktien, für die beste Stimmung unter den Anlegern sorgte ab ein anderer Wert.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat seine Gewinne am Freitag trotz schwacher US-Arbeitsmarktdaten ausgebaut und ist mit einem deutlichen Plus ins Wochenende gegangen. Der Dax schloss mit plus 2,97 Prozent auf 4 644,63 Zählern und schloss damit den vierten Tag in Folge im Plus. Im Vergleich zur Vorwoche legte der Leitindex 7,1 Prozent zu. Seit der Kursrally zum Jahreswechsel hatte der Dax weder eine so lange Gewinnserie noch ein so großes Wochenplus verbucht. Der MDax beendete den Handelstag mit plus 2,86 Prozent auf 5 395 Zählern. Der TecDax legte 2,14 Prozent auf 459,96 Punkte zu.

Die US-Arbeitslosenquote erreichte im Januar mit 7,6 Prozent den höchsten Stand seit 16 Jahren. An der Wall Street schürten die schwachen Zahlen zudem die Hoffnung, dass die Politiker zu einer schnelleren Verabschiedung des Konjunkturpakets angespornt würden. Bis zum Handelsschluss in Deutschland legten der Standardwerteindex Dow Jones und der technologielastige Nasdaq-Index jeweils rund zwei Prozent zu. "Nach den schlechten Erstanträgen von gestern hatten einige Anleger ein Horrorszenario befürchtet", sagte ein Händler. "Am Markt kursierten Schätzungen, dass die US-Arbeitslosenquote bis auf fast acht Prozent hochgeschnellt sein könnte."

Autowerte in ganz Europa gefragt

Mit einem Aufschlag von 11,6 Prozent auf 21,87 Euro zählten die Aktien von BMW zu den größten Gewinnern im Dax. Der Münchener Autobauer hat eigenen Angaben zufolge im vergangenen Jahr ein "deutlich positives Konzernergebnis" erzielt. Im Januar 2009 brach der Auto-Absatz allerdings um 24,2 Prozent ein. Bei Daimler fiel das Absatzminus mit 31,2 Prozent noch größer aus. Dennoch folgten die Titel denen von BMW und verteuerten sich um 8,5 Prozent auf 24,63 Euro.

Die Papiere des Nutzfahrzeug-Herstellers MAN profitierten von den positiv aufgenommenen Geschäftszahlen des Konkurrenten Volvo. Zwar fiel der operative Verlust doppelt so hoch aus wie von Experten erwartet, dank eines Kapitalflusses deutlich über den Prognosen schossen die Titel in Stockholm dennoch 16,3 Prozent in die Höhe. MAN zogen um 6,5 Prozent auf 37,75 Euro an.

Obwohl der Weltmarktführer Toyota nach eigenen Angaben im laufenden Geschäftsjahr tiefer in die roten Zahlen rutschen wird als bislang gedacht, waren die übrigen europäischen Autobauer ebenfalls gefragt. So verteuerten sich die Aktien von Peugeot und Renault in Paris um jeweils mehr als acht Prozent. An der Mailänder Börse stiegen Fiat um 6,8 Prozent. Volkswagen-Aktien konnten dem Branchentrend anfänglich nicht folgen, schlossen dann aber doch noch 3,5 Prozent im Plus bei 269,17 Euro.

Gerücht um Conti

Mit Abstand der gefragteste Dax-Wert war allerdings Infineon, dessen Aktien 13,1 Prozent auf 0,82 Euro zulegten. Das Quartalsminus des Chip-Herstellers war geringer ausgefallen als befürchtet. Analyst Tobias Loskamp von Kepler zeigte sich positiv überrascht, dass die Sparmaßnahmen bereits Wirkung zeigten.

Im Nebenwerte-Index MDax setzten die Anleger auf Continental. Die Papiere des Autozulieferers legten 7,4 Prozent auf 14,48 Euro zu. "Es gibt Gerüchte, wonach Pirelli die Reifensparte von Conti kaufen will", sagte ein Händler. Continental lehnte einen Kommentar ab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%