Marktschlussbericht Börse Frankfurt
Dax legt eine Verschnaufpause ein

Die Rally ist erst einmal vorbei. Heute schließt der Dax 0,7 Prozent schwächer und nur knapp oberhalb von 5 400 Punkten. Gewinnmitnahmen heißt das aktuelle Stichwort, vor allem Autotitel standen auf den Verkaufslisten ganz oben. Einige Analysten misstrauen der Hausse der letzten Tage.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Gewinnmitnahmen haben am Montag die Kurse an den allen europäischen Aktienmärkten ins Minus gedrückt. In Frankfurt gab der Dax um 0,7 Prozent nach auf 5 418 Punkte. Börsianer werteten die Kursverluste allerdings als Atempause und nicht als Trendwende, nachdem der deutsche Leitindex am Freitag noch ein Jahreshoch von 5 480 Stellen erreicht hatte.

Für den MDax ging es um 0,18 Prozent auf 6 455 Punkte nach unten, dagegen konnte der Technologiewerte-Index TecDax um minimale 0,03 Prozent auf 678 Punkte zulegen. „Nach den guten Nachrichten der letzten Wochen verdauen die Anleger nun die erfreulichen Daten und Zahlen“, sagte Marktanalyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke & Co. Nachdem in Deutschland bislang mehr als 70 Prozent aller Quartalsberichte positiv überrascht hätten, machten einige Investoren nun Kasse. „Wir sehen Gewinnmitnahmen auf einem hohen Niveau, nachdem der Markt am Freitag nach den US-Arbeitsmarktdaten gut hochgelaufen war“, ergänzte Carsten Raun, Leiter Aktiensales bei der WGZ Bank.

„Der Aufwärtstrend ist absolut intakt“, erklärte ein weiterer Börsianer. Die Umsätze seien aber extrem gering, so dass schon kleinere Orders den Markt bewegen könnten. Das Handelsvolumen im Dax schrumpfte auf nur noch 67,7 (Freitag 108) Millionen Aktien. Der Umsatz fiel auf zwei (3,1) Milliarden Euro und war damit so niedrig wie seit der zweiten Juli-Woche nicht mehr.

Analystenkommentare brachten Daimler und VW unter Druck. Morgan Stanley senkte seine Empfehlung für Daimler, und die Analysten von HSBC nahmen ihre Empfehlung für VW zurück. VW fielen um 7,5 Prozent auf 233,04 Euro, Daimler um 3,7 Prozent auf 32,34 Euro.

Einige Anleger wechselten Händlern zufolge auch aus den Auto- in die Finanzwerte. So zählten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank mit Kursgewinnen von je über ein Prozent zu den größten Gewinnern. Daneben waren Versicherungsaktien gefragt. Münchener Rück und Allianz gewannen ebenfalls je ein Prozent.

Vor der Veröffentlichung ihres Zwischenberichts am Mittwoch gaben Branchenprimus Eon 1,7 Prozent nach. RWE verloren nur 0,1 Prozent, Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern legt am Donnerstag seinen Bericht vor.

Im MDax ragten die Aktien von Heidelberger Druck mit einem Plus von zwölf Prozent hervor. Händler verwiesen darauf, dass der Maschinenbauer am späten Freitagabend den Abschluss eines Kreditrahmenprogramms über 1,4 Milliarden Euro bekanntgegeben hatte.

Belastet wurde der MDax von den Aktien des Immobilienkonzerns Gagfah, die über sechs Prozent verloren. Das mehrheitlich dem Finanzinvestor Fortress gehörende Unternehmen war im zweiten Quartal wegen millionenschwerer Abwertungen in die roten Zahlen gerutscht. Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Hugo Boss um fast zehn Prozent ins Minus.

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