Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax legt rasanten Schlussspurt hin

Überraschende Wende im späten Handel: Bis auf ein Tagestief von 4 387 Punkten war der Deutsche Aktienindex am Donnerstag schon gefallen. Doch am Nachmittag schießt der Leitindex nach oben und beendet schließlich den Xetra-Handel 0,4 Prozent im Plus bei 4 510 Punkten.

HB FRANKFURT. Mit einem regelrechte Sprung ist der Dax am Donnerstag den US-Börsen am Nachmittag ins Plus gefolgt, nachdem er im Tagesverlauf bis zu 2,3 Prozent verloren hatte. Charttechnisch sieht es für den Dax nicht schlecht aus, betonte Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Wenn er sich in Reichweite der 4 500 Punkte halten kann, ist ein Sprung über diese Marke möglich, sobald aus den USA ein entsprechender Impuls kommt. Dann geht es sicher recht schnell weiter in Richtung 4 700 Punkte.

Spekulationen, dass ein große US-Bank verstaatlicht werden könnte, hatten heute die amerikanischen Börsen und damit auch den Dax vorübergehend belastet. "Als sich diese Gerüchte nicht erhärtet haben, ist es zu einer Gegenbewegung gekommen", kommentierte ein Aktienändler das plötzliche Aufbäumen des Leitindex. Das alles vollziehe sich aber bei ähnlich schwachen Umsätzen wie bereits in den vergangenen Wochen, was auch die starken Kursausschläge erkläre. "Selbst Orders über wenige tausend Aktien von Dax-Werten müssen derzeit gestückelt werden, da man sich sonst die Preise kaputt macht", betonte ein weiterer Marktteilnehmer.

Aktienhändler verwiesen außerdem auf Gerüchte, denen zufolge die US-Regierung entweder noch am heutigen Donnerstag oder am kommenden Montag ein Paket mit Hilfsmaßnahmen für den Bankensektor beschließe könnte. Zudem machten Spekulationen die Runde, dass Unternehmen zukünftig ihre Vermögenswerte nicht mehr mit dem aktuellen Marktwert, sondern mit dem Buchwert in die Bilanz einstellen könnten.

Nach überraschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten waren zuvor sowohl der Dax als auch der Euro unter Druck geraten. "Der Kollaps am US-Arbeitsmarkt geht weiter", sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Der Druck auf die Unternehmen, zum Erhalt der Profitabilität Stellen zu streichen ist unverändert hoch. Die Dynamik des Stellenabbaus lässt nicht auf eine baldige Wende schließen." Er gehe davon aus, dass die US-Arbeitslosenquote bis ins Jahr 2010 hinein steigen wird.

Ohne nachhaltigen Einfluss auf die Kurse blieb die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank hatte den Leitsatz wie erwartet unverändert bei 2,0 Prozent belassen.

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