Marktschlussbericht: Börse Frankfurt: Dax schließt knapp über Tagestief

Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt knapp über Tagestief

Der Dax ist am Dienstag weiter in die Miesen gerutscht. Wie so oft standen die Autohersteller im Fokus von Anlegern und Analysten. BMW und VW müssen kurzarbeiten, Fiat will bei Chrysler einsteigen. Während Bankaktien einmal mehr unter die Räder kamen, feierte die Börse das neue Sparprogramm des Metro-Konzerns.

HB FRANKFURT. Schwache US-Börsen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag in die Verlustzone gezogen. Der Dax ging 1,77 Prozent schwächer bei 4 239 Punkten und damit nur knapp über seinem Tagestief von 4 222 Punkten aus dem Handel. Der MDax verlor 1,74 Prozent auf 4 913 Zähler, der TecDax büßte 0,81 Prozent auf 464 Punkte ein.

"Die Unsicherheit geht weiter vom Bankensektor aus", sagte Marktstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). "Hier ist noch kein Ende der Talfahrt in Sicht und das zieht auch andere Sektoren nach unten." Im unmittelbaren Vorfeld der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten hätten einige Anleger wohl auf positive Impulse gesetzt. Diese seien aber letztlich ausgeblieben, und auch die unerwartet deutlich aufgehellten ZEW-Konjunkturerwartungen hätten nicht für Optimismus gesorgt.

In den USA fiel der US-Leitindex Dow Jones zur Handelseröffnung um rund zwei Prozent. Tags zuvor waren die US-Börsen wegen eines Feiertages geschlossen geblieben, an diesem Dienstag warten die Investoren gespannt auf die Amtsantrittsrede des künftigen Präsidenten Barack Obama.

Metro-Aktien gewannen gegen den negativen Markttrend als Dax-Spitzenreiter 7,87 Prozent auf 26,31 Euro. Der Handelskonzern startet wegen der Konsumzurückhaltung ein drastisches Sparprogramm und sieht bis 2012 ein Potenzial für Ergebnisverbesserungen in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Die Hälfte entfalle dabei auf Einsparungen, die andere Hälfte soll durch "Produktivitätsverbesserungen und andere ergebnissteigernde Maßnahmen" erreicht werden. Ein Händler sagte: "Das Sparprogramm wird positiv aufgenommen, auch wenn es nicht wirklich überraschend kommt." Nach den jüngsten Kursverlusten werde die Gelegenheit für eine Erholung genutzt.

Für Aufsehen im Bankensektor sorgten Gerüchte über eine mögliche Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank. Ein Sprecher wollte auf Anfrage die Spekulationen nicht kommentieren, verwies aber auf die Kernkapitalquote der Bank, die zum Ende des vierten Quartals bei rund zehn Prozent gelegen habe - "dem erklärten Ziel der Bank". Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank sieht darin eine klare Aussage. "Deutlicher kann man nicht mehr sagen, dass man kein weiteres Kapital braucht. Von daher muss man diese Aussage als Faktum ansehen." Die Aktien sackten dennoch um 5,14 Prozent auf 16,980 Euro ab. Auch andere Finanztitel schlossen sehr schwach.

Die Titel von SAP fielen um 2,48 Prozent auf 25,940 Euro und entfernten sich damit deutlich von ihrem Tageshoch, das bei 26,895 Euro gelegen hatte. Laut "Capital" wird der Softwarekonzern auf der Bilanz-Pressekonferenz am 28. Januar keine konkrete Umsatzprognose für 2009 wagen. Gleichzeitig werde Leo Apotheker bereits ab diesem Tag die operativen Geschäfte von SAP allein übernehmen, während Co-Vorstandssprecher Henning Kagermann sich bis zu seinem endgültigem Ausscheiden im Mai zunehmend aus dem Geschäft zurückziehe. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren. "Wenn Kagermann jetzt schon als Co-Chef zurücktritt, aber erst im Mai SAP verlässt, wirft das Fragen auf", sagte ein Analyst, der nicht genannt werden will, bevor die Personalie entschieden ist. "Haben sich Kagermann und Apotheker zerstritten, dass es zu einem vorzeitigen Rücktritt kommt?"

Größte Verlierer im Leitindex waren die Aktien des Chipherstellers Infineon mit einem Minus von elf Prozent auf 72,5 Cent und die Titel der Deutschen Börse mit einem Abschlag von fast sieben Prozent auf 40,75 Euro.

Autoaktien unter Druck ...

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