Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt knapp unter 6 300 Punkten

Gute Nachrichten aus den USA versetzen die Anleger am deutschen Aktienmarkt in Kauflaune. Davon profitierten vor allem die Bankentitel. Für Aufregung sorgt ein Analystenkommentar: Dresdner Kleinwort warnt vor einer möglichen Pleite von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie.

HB FRANKFURT. Ermuntert durch positive Geschäftszahlen von JP Morgan und Nokia sind Anleger am Donnerstag verstärkt in den europäischen Aktienmarkt zurückgekehrt. Sie griffen dabei vor allem bei den Finanzwerten zu, die wegen der US-Bankenkrise in den vergangenen Wochen besonders gebeutelt worden waren.

Der Dax beschleunigte seine am Vortag begonnene Erholung und beendete den Xetra-Handel 1,9 Prozent höher bei 6271,27 Punkten. Der EuroStoxx50 der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone stieg sogar um 2,5 Prozent auf 3255 Zähler. An der Wall Street lagen Dow Jones und Nasdaq-Index bei Börsenschluss in Deutschland jeweils rund leicht im Plus bei 11.279 beziehungsweise 2286 Stellen.

„Da einige US-Institute offenbar mit einem blauen Auge davongekommen sind, wächst die Hoffnung, dass sich die Bankenkrise nicht weiter verschärft“, sagte ein Händler. „Allerdings ist die Gefahr einer neuen Welle von Kapitalerhöhungen noch nicht ausgestanden. Daher gehe ich davon aus, dass es für eine deutliche Erholung des Dax von 1000 Punkten oder mehr noch zu früh ist.“

Andere Börsianer warnten, dass die Stimmung sofort kippen könne, wenn Merrill Lynch mit seiner Zwischenbilanz enttäusche. Die US-Investmentbank wollte ihre Zahlen nach US-Börsenschluss am Donnerstag vorlegen.

Am Nachmittag hellten besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten die Stimmung der Anleger zusätzlich auf. Den Euro konnten die Zahlen nur vorübergehend unter Druck setzen. Bis zum Abend verteuerte sich die Gemeinschaftswährung auf 1,5863 Dollar. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die richtungweisende US-Sorte WTI auf 134,07 Dollar je Barrel (159 Liter).

Angespornt durch die besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse von JP Morgan griffen Anleger bei den Finanzwerten beherzt zu. Im Branchenvergleich lagen die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von 7,1 Prozent auf 54,48 Euro vorn. Bei der Commerzbank, die als heißer Kandidat für einen Zusammenschluss mit der Allianz-Tochter Dresdner Bank gilt, lag das Kursplus bei 6,5 Prozent. Allianz-Titel legten 4,9 Prozent auf 105,97 Euro zu.

An anderen Börsenplätzen verbuchten Finanzwerte ebenfalls kräftige Kurszuwächse. In London verteuerten sich die Titel der Royal Bank of Scotland (RBS) um 8,8 Prozent auf 180,37 Pence. An der Züricher Börse zogen die Papiere der UBS um 7,9 Prozent auf 20,42 Franken an. In den USA verteuerten sich JP-Morgan-Papiere um 11,3 Prozent auf 40 Dollar.

Beflügelt von einem optimistischen Nokia-Ausblick schoben sich die Aktien von Infineon an den Finanzwerten vorbei auf Platz eins der Dax-Gewinnerliste. Sie verteuerten sich um 9,6 Prozent auf 4,91 Euro, nachdem der finnische Konzern sein Ziel für das Handy-Absatzplus auf mindestens zehn von rund zehn Prozent angehoben hatte. „Für den Handychip-Produzenten Infineon ist es natürlich positiv, wenn Nokia die Prognose für den Mobiltelefon-Absatz anhebt“, sagte ein Börsianer. Die Quartalszahlen des Konzerns lagen ansonsten im Rahmen der Analystenerwartungen. In Helsinki reagierten Nokia-Titel mit einem Plus von 7,9 Prozent auf 17 Euro auf die Zwischenbilanz.

Zu den wenigen Verlierern im Dax zählten Aktien von Continental, die einen kleinen Teil ihrer rund 22-prozentigen Kursgewinne der vergangenen Tage abgaben und sich um 2,5 Prozent auf 72,10 Euro verbilligten. Inzwischen hat sich die Politik in die umstrittene Übernahme des Hannoveraner Autozulieferers durch die fränkische Schaeffler-Gruppe eingeschaltet.

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