Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt knapp unter 6 400 Punkten

Erleichterung über die besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisse der Citigroup hat dem europäischen Aktienmarkt zu erneuten Kursgewinnen verholfen. Der Dax legte 1,8 Prozent auf 6 382 Punkte zu und verbuchte im Wochenvergleich erstmals seit Anfang Juni wieder ein Plus. Der EuroStoxx50 der größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone stieg am Freitag um 1,9 Prozent auf 3 319 Zähler.

HB FRANKFURT. „Wenn man einmal von Merrill absieht, waren die zuletzt vorgelegten Zahlen der US-Banken recht ermutigend“, sagte ein Börsianer. „Das nährt bei vielen die Hoffnung, dass die ganzen Horror-Szenarien, die rund um die US-Bankenkrise gezeichnet wurden, doch nicht wahr werden.“ Die drittgrößte US-Investmentbank Merrill Lynch hatte für das zweite Quartal wegen Abschreibungen einen Verlust von 4,9 Mrd. Dollar bekannt gegeben.

Von einem Stimmungsumschwung wollte ein anderer Börsianer trotz der jüngsten Kursgewinne aber nicht reden. „Es fällt auf, dass die aktuellen Favoriten die Verlierer der vergangenen Wochen sind. Bei den anderen Werten ist die Kursentwicklung eher verhalten.“ Der Citigroup-Verlust des abgelaufenen Quartals fiel weniger drastisch aus als von Analysten befürchtet. Die Aktien der größten US-Bank legten an der Wall Street daraufhin 9,7 Prozent auf 19,72 Dollar. In den vergangenen Tagen hatten die Konkurrenten JP Morgan und Wells Fargo mit ihren Zwischenbilanzen ebenfalls positiv überrascht.

In New York legte der Dow Jones bis zum Xetra-Handelsschluss zwar 0,2 Prozent auf 11 499 Punkte zu, der technologielastige Nasdaq-Index verlor dagegen ein Prozent auf 2 290 Zähler. Hier drückten enttäuschende Geschäftszahlen von Microsoft und Google auf die Stimmung. Deren Aktien brachen um 7,4 Prozent auf 24,49 Dollar beziehungsweise um 8,8 Prozent auf 486,30 Dollar ein.

Die Liste der Dax-Gewinner wurde am Freitag erneut von den Finanzwerten dominiert. „Da hatten viele Investoren offenbar auf einen weiteren Kursrutsch gesetzt und müssen sich nun wieder mit diesen Papieren eindecken“, sagte ein Händler. Im Branchenvergleich setzten sich erneut die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 6,3 Prozent auf 21,17 Euro an die Spitze. Auch in anderen Ländern Europas gehörten die Finanzwerte zu den Favoriten. In London legten die Titel der Großbanken Lloyds TSB und Barclays jeweils gut zehn Prozent zu auf 320,24 beziehungsweise 320,25 Pence. An der Zürcher Börse war Index-Schwergewicht UBS mit einem Kursplus von 7,6 Prozent auf 21,98 Franken Spitzenreiter.

Im Dax waren die Titel Infineon erneut am gefragtesten und legten 8,4 Prozent auf 5,32 Euro zu. Börsianern zufolge profitierte der Handychip-Hersteller erneut vom optimistischen Ausblick des weltgrößten Handy-Produzenten Nokia. Dessen Aktien und stiegen in Helsinki um 2,9 Prozent auf 17,50 Euro.

Angesichts des jüngsten Ölpreis-Rückgangs griffen Anleger auch bei den Luftfahrt-Werten wieder zu, die sensibel auf Preisschwankungen des Kerosin-Rohstoffs reagieren. Die Papiere der Lufthansa zogen um 5,6 Prozent auf 15,21 Euro an, die Titel von Air France-KLM legten in Paris 4,7 Prozent auf 15,88 Euro zu. Ein Barrel (159 Liter) der richtungweisenden US-Ölsorte WTI kostete am Abend 130,05 Dollar und war damit rund 17 Dollar billiger als noch vor Wochenfrist.

Zu den wenigen Dax-Verlierern zählten die Aktien von ThyssenKrupp, die sich um 1,8 Prozent auf 32,61 Euro verbilligten. Händler verwiesen auf einen möglichen Nachfragerückgang aufgrund der hohen Stahlpreise sowie einen schwachen Ausblick des US-Stahlkonzern Nucor.

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