Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax schließt mit Rekord-Tagesgewinn

Auf den chaotischen Freitag folgte an der Börse ein goldener Montag; die Kurse kletterten käftig. Gefragt waren vor allem die zuvor geprügelten Bankaktien. Die Hoffnung wächst, dass das angekündigte Rettungspaket der EU-Staaten die Märkte beruhigen kann.

HB FRANKFURT. Die Ankündigung staatlicher Rettungsaktionen für die angeschlagene Finanzbranche in Europa hat am Montag den freien Fall der Börsenkurse zumindest vorläufig gestoppt. Der Dax stieg um 11,4 Prozent auf 5 062 Punkte. Prozentual war dies der größte Tagesgewinn in der 20-jährigen Geschichte des Dax. Doch war der Index in der vergangenen Woche um 22 Prozent abgestürzt.

Von Euphorie sprachen Börsianer zwar nicht, doch seien die am Wochenende verkündeten Maßnahmen nicht nur Wortgeplänkel. "Es hat lichterloh gebrannt, da musste man löschen", fasste ein Händler zusammen. In Frankfurt, London, Paris und Zürich schossen die Börsenindizes um sechs bis zehn Prozent in die Höhe. Händler klagten, dass für einen so großen Kurssprung die Umsätze eher moderat waren. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 320 (Freitag 458) Millionen. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 8,9 (11,6) Mrd. Euro.

Die Bundesregierung wie auch andere europäische Regierungen wollen die Bankenbranche mit Garantien und vereinzelt Kapitalspritzen retten. Damit folgen sie der US-Regierung, die bereits vor einigen Wochen ein Rettungspaket geschnürt hatte.

Für schlingernde Banken sollen direkte Kapitalspritzen über 70 Mrd. Euro bereitstehen. "Das ist ein Signal in die richtige Richtung", sagte Helaba-Kapitalmarktanalyst Mirko Pillep. "Die Regierungen fahren jetzt schweres Geschütz auf, um die systematischen Risiken in den Griff zu bekommen", sagte Yann Lepape, Chef-Stratege bei Oddo Securities in Paris. Allerdings stehe den Industrieländern immer noch eine Rezession bevor.

Auch andere Regierungen in Europa kündigten Rettungspakete für die Finanzbranche an. Zudem begleiteten die Notenbanken die Maßnahmen mit der Ankündigung, den Geldmarkt mit Dollar-Beträgen in unbegrenzter Höhe zu fluten. Bisher hatten sie täglich Geldspritzen angekündigt, nun sollen sich die Banken über eine Woche mit Dollar-Krediten versorgen können. "Die Liquiditätsversorgung der Banken untereinander muss sich entspannen, das ist das Zünglein an der Waage", sagte Pillep.

Händler warnten aber davor, das Plus überzubewerten. Sie verwiesen darauf, dass in den USA wegen eines Feiertages (Columbus Day) die Rentenmärkte geschlossen waren und das Volumen an der Wall Street moderat war. Wegen eines Feiertages waren auch die Börsen in Tokio geschlossen geblieben.

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