Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Dax verteidigt ein kleines Plus

Nach einer echten Berg- und Talfahrt zum Wochenausklang hat der Dax das Niveau über 5 100 Punkten nicht halten können. Die Kursgewinne von bis zu zwei Prozent schmolzen am Freitag wieder ab, am Ende blieb ein Plus von 0,2 Prozent auf 5 077 Zähler. Echten Abgabedruck erkennen Experten aber auch nach der dritten Gewinnwoche in Folge noch nicht.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach zeitweise kräftigen Kursgewinnen nur knapp im Plus geschlossen. Der Dax ging 0,2 Prozent höher bei 5 077 Punkten aus dem Handel - und verbuchte damit auf Wochensicht einen Aufschlag von 2,8 Prozent. Erleichterung über Erholungszeichen am US-Arbeitsmarkt hatte den Index kurzzeitig um zwei Prozent in die Höhe getrieben. Die Anzahl der Beschäftigten in den USA war im Mai zwar weitaus weniger dramatisch als befürchtet gesunken. Allerdings liegt die Arbeitslosenquote mit 9,4 Prozent so hoch wie seit 25 Jahren nicht mehr.

"Die Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten war zunächst sehr positiv, aber dann ist wohl auch ins Bewusstsein gedrungen, dass die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit mehr als 25 Jahren gestiegen ist. Zudem wurden zum Wochenschluss auch Gewinne mitgenommen", begründete Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba die schwankungsreiche Dax-Entwicklung.

Der MDax legte 0,42 Prozent auf 5 922 Zähler zu. Der TecDax gewann 0,41 Prozent auf 651 Punkte. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 97,5 (Vortag 87,3) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,8 (2,5) Milliarden Euro.

"Ein wirklicher Druck nach unten ist aktuell nicht auszumachen", sagte Herbert Perus, Leiter des Aktienteams bei Raiffeisen Capital Management in Wien mit Blick auf den Dax. Insgesamt dürfte es hingegen weiter hoch gehen, da die meisten der großen Investoren, wie etwa Versicherungen, nach wie vor in Aktien unterinvestiert seien. "Ich denke, dass der Druck nach oben auf jeden Fall bis zum Hexensabbat am 19. Juni andauern wird, da es nach wie vor viele Short-Positionen gibt, die bis dahin noch gedeckt werden müssen", sagte der Experte.

Erneut waren es vor allem Nachrichten zu Arcandor, die auf besonderes Interesse unter den Anlegern stießen. Die Zukunft des schwer angeschlagenen Touristik- und Handelskonzerns ist auch nach einem Spitzengespräch in Berlin weiter offen. Bei dem Treffen zeichnete sich keine Lösung ab.

Die daraus resultierende andauernde Unsicherheit belastete vor allem die Metro-Aktie, die mit einem Minus von 2,26 Prozent auf 35,02 Euro zu den schwächsten Werten im DAX zählte. Der Arcandor-Titel büßte 1,05 Prozent auf 1,88 Euro ein.

Eine Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs belastete die Aktie von Beiersdorf, die um 1,82 Prozent auf 34,02 Euro nachgab. Der Energieversorger RWE senkte seinen Anteil am amerikanischen Wasserunternehmen American Water (AmWater) deutlich und kommt damit einen großen Schritt weiter auf dem Weg zu einem reinen Energiekonzern. Durch die Verringerung des Anteils an AmWater von 60 auf 49 Prozent kann der Essener Konzern den US-Versorger nun aus seiner Bilanz nehmen und die Nettoverschuldung damit um rund 4,5 Milliarden auf rund 16 Milliarden Euro verringern. Da der aktuelle Anteilsverkauf für die RWE-Aktionäre allerdings irrelevant sei, da sie ihren Dividenden-Bonus aus der Veräußerung bereits erhalten hätten, wie Analyst Theo Kitz von Merck Finck sagte, reagierte der Titel kaum. Er verlor 0,65 Prozent auf 58,52 Euro.

Die Freenet-Aktie setzte sich mit plus 9,37 Prozent auf 7,12 Euro an die Spitze des TecDax. Der Mobilfunk-Anbieter will nach der DSL- Sparte offenbar auch seine Webhosting-Tochter Strato so schnell wie möglich loswerden. Der Verkaufsprozess werde noch im Juni starten, berichtete das "Hamburger Abendblatt" (Freitag) unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der wichtigste Index der Eurozone, der EuroStoxx 50, gewann 0,65 Prozent auf 2 503 Punkte. Auch in Paris und London schlossen die Börsen mit Gewinnen.

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